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Die Drei von der Tankstelle
Datum: 20.07.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byblackpencil6
... Bierdose in der Hand, in Jeans, Cowboystiefeln und kariertem Hemd. Ein schwarzer Dreitagebart gab ihm ein leicht verwegenes Aussehen, seine schon etwas schütteren Haare ließen ihn Mitte oder Ende vierzig wirken. Linda genoss, wie die Augen der beiden sie von oben bis unten musterten. Sie blieb kurz stehen, um ihnen Gelegenheit zu geben, alles genauestens zu sehen. Besonders der Ältere schien sie mit seinen Blicken geradezu auszuziehen. Linda deutete ein Lächeln an und zwinkerte den beiden zu, als sie deren „Guten Abend" erwiderte. Erleichtert sah sie eine eingeschaltete Kaffeemaschine auf dem Tresen. „Kann ich bitte ihren Waschraum benutzen?", fragte sie, „und danach einen großen Kaffee haben?" „Ja, natürlich," antwortete der Jüngere und deutete an einem Stapel Motoröl vorbei in den hinteren Teil des Raumes, „gleich da hinten rechts." Linda ging an den beiden vorbei und achtete bewusst auf ihren Gang, um so provokant und so weiblich wie möglich zu wirken. Ein breites Lächeln zauberte sich auf ihr Gesicht, als sie die Blicke der beiden Männer fast körperlich auf ihren wackelnden Hüften spüren konnte. Unmittelbar bevor sie den Raum verließ, wandte sie noch einmal den Kopf und schenkte den zwei einen Augenaufschlag, von dem sie hoffte, dass er aufreizend wirkte. Sie freute sich schon darauf, nachher beim Kaffee die beiden richtig heiß zu machen. Zu mehr würde sie es in dieser Nacht aber nicht mehr kommen lassen. Denn dummerweise hatte sie keine Kondome in ihre ...
... Handtasche gepackt. Die Tür, die ihr der Tankwart gezeigt hatte, führte in einen kleinen schmalen Raum, fast nur ein Flur, an dessen rechter Seite eine Liege stand, über der ein Verbandskasten an der Wand hing. Der Kalender einer Ölgesellschaft daneben war schon seit zwei Monaten nicht mehr umgeblättert worden. Eine Neonröhre strahlte unnatürliches weißes Licht ab. Gegenüber waren zwei Türen mit beschrifteten Aufklebern, die sie als „WC" und „Dusche, nur für Fernfahrer" auswiesen. Schade, eine heiße Dusche, das wäre jetzt auch nicht schlecht, dachte Linda. Oder besser noch, zuhause ein schönes prickelndes Schaumbad. Am liebsten mit einem der Gummispielzeuge, mit denen sie sich so herrlich entspannen konnte, wenn ihr Mann nicht da war. Ihr Exmann, korrigierte sie sich. Und der würde nie mehr da sein. Also hatte sie heute Nacht doch noch etwas, auf das sie sich freuen konnte. Als Linda nach ein paar Minuten aus dem Waschraum kam, saß zu ihrer Überraschung der Mittvierziger mit baumelnden Beinen auf der Liege und der junge Tankwart lehnte verlegen grinsend im Türrahmen zum Verkaufsraum. „Ja?" Linda hoffte, dass man ihrer Stimme ihre Unsicherheit nicht anhören konnte. „Du hast uns ganz schön angemacht, da draußen, Schätzchen," antwortete der Ältere, „darum dachten wir, du hättest nichts gegen ein wenig Unterhaltung mit einem von uns -- oder mit beiden." „Was erlauben Sie sich!" Lindas Stimmung gefror und ihre Worte klangen spitz und leicht überdreht. „Komm schon! Du ...