1. Alisha -- Vorgeschichte 01


    Datum: 24.07.2021, Kategorien: BDSM Autor: byAstrum Argenteum

    ... Schlag mich, bitte."
    
    Und ich tat es. Ein Schlag nach dem anderen traf ihre Wange, jeder fester als der andere, bis es klatschte und sie schrie und ich vor uns selbst erschrak.
    
    Denn mit jedem Schlag spürte ich wie Alisha vor und unter mir mehr zerging, sie zerfloß vor Lust und Verlangen, bis sie mich anschrie, sie jetzt zu ficken... und wir fickten so wild wie schon lange nicht mehr.
    
    +++
    
    Es war eine verstörende, prägende Erfahrung, bei der ich nicht nur viel über Alisha lernte, sondern auch über mich selbst. Wo ich zuvor niemals auch nur den Gedanken hätte haben können, eine Frau zu schlagen, ein Gedanke der regelmäßigen Abscheu in mir hervorrief, sah ich mir nun quasi fassungslos selbst dabei zu wie ich eine Frau nicht nur schlug, sondern sie mich auch noch darum bat. Ich sah mich selbst, wie ich sie schlug, wie sie sich vor Lust meiner Hand entgegenreckte, wie es sie anfeuerte, wie sie danach von einem Orgasmus förmlich zerrissen wurde. Ich war gleichzeitig erschrocken und fasziniert von meiner Hand, die Schmerzen gab, und Lust erntete. Und dass es mir gefiel.
    
    Es war ein Augenblick, der viele Gedankengänge ins Rollen brachte.
    
    Und es war der Beginn einer neuen Ära in unserer Beziehung, in der etwas, das bislang unausgesprochen im Raum gestanden hatte, endlich offen war. Von diesem Tag an war es plötzlich möglich über Schmerzen zu sprechen, und sie zu erleben, und zu verstehen. Ich lernte, und es war verdammt schmerzhaft, zu erfahren, dass tief in Alisha ...
    ... Verletzungen existierten, zu denen sie mir nur langsam und sehr zögerlich Zugang gewährte. Tief in ihrer Seele gab es Wunden, die juckten, und eiterten, und die sie mit den Schmerzen bekämpfen wollte.
    
    Wenn ich sage, dass sie durch die Schmerzen „spüren wollte", dass sie (noch) lebt, klingt es wie ein Klischee. Und ist doch die Wahrheit. Dafür kann ich sie nicht verurteilen. Plötzlich „sah" ich sie, die Wunden auf ihrer Haut, auf ihren Armen und Beinen, die Narben, die Schnitte, die natürlich auch vorher schon da gewesen waren aber die ich wie so vieles verdrängt hatte. Es war ihre Lebensgeschichte, aus Leiden in die Haut geritzt. Der Schmerz war da, und er brauchte jetzt und hier Linderung. Wer war ich, sie zu verurteilen?
    
    Aber hätte ich ihr nicht viel eher „helfen" sollen? War es nicht eine Form des Missbrauchs, ihr den Wunsch nach Schmerzen zu erfüllen, der ja doch auch Ausdruck ihrer Sehnsucht nach Selbstzerstörung war? Wenn sie mich um Schmerzen bat -- wer sprach dann zu mir? Eine psychisch kranke junge Frau? Ein Dämon aus den giftigen Tiefen einer verletzten Seele? Ihr „wirkliches" Ich? Und wo verdammt verlief überhaupt die Grenze dazwischen? Ich wusste es nicht. Wie verhielt man sich in einer solchen Situation?
    
    Nach dem ersten Rausch und der Verwirrung, die sich -- da bin ich ganz ehrlich -- schnell in Glück über unsere gesteigerte Intimität aufgelöst hatte, überfielen mich die Zweifel. Ich kam mir schäbig vor. Ich hatte das Gefühl, sie auszunutzen. War es nicht ...
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