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Cora's Huette am See
Datum: 30.07.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byblackpencil6
Hi, mein Name ist Natalie. Vorneweg möchte ich sagen, dass ich das, was Cora und mir passiert ist, niemandem wünschen würde. Aber zur Beruhigung: wir haben beide keinen bleibenden körperlichen Schaden davongetragen. Bis auf eine Kleinigkeit, vielleicht. Falls Sie trotzdem die schlimmen Dinge, die geschehen sind, lieber nicht lesen wollen, hören Sie bitte bei dem Stern * auf Seite 2 auf. Wenn Sie aber nur an „der Sache an sich" und eigentlich gar nicht an Cora und mir interessiert sind, dann fangen Sie am besten erst beim Stern * auf Seite 2 an zu lesen, da vorher nicht viel Action stattfindet. * Mir wurde mulmig. Der ausgewaschene Weg durch den dichten Wald wurde enger und steiler, aber Cora verlangsamte unsere Fahrt nicht. Im Gegenteil schien sie es auch noch zu genießen, wenn der Geländewagen auf dem rutschigen Splitt um die Kurven driftete. Ich aber klammerte mich an den Haltegriff oberhalb der Beifahrertür und wusste nicht mehr, ob ich die Augen schließen oder lieber wachsam auf die Fahrbahn starren sollte. Jederzeit, fürchtete ich, könnte ein großer Stein oder ein querliegender Baum auf der Straße unserer rasenden Fahrt ein abruptes Ende bereiten. Aus dem Radio kam fast nur noch Knacken und Rauschen. Ich konnte gerade noch erahnen, dass die Musik von einer gesprochenen Meldung unterbrochen wurde. Ich drehte die Lautstärke auf, um besser verstehen zu können, was gesagt wurde. Aber dadurch wurden eigentlich nur die Störungen noch lauter. „Du, Cora, halt mal ...
... an! Die sagen da etwas über die Gegend, in der wir sind. Man soll keine Anhalter mitnehmen, oder so. Aber ich kann's nicht verstehen. Mensch, halt doch an." Doch Cora dachte gar nicht daran, den Wagen zu stoppen. Immerhin bremste sie ein klein wenig ab. Aber nur, um mit der Hand zum Radio rüber zu fassen und es aus zu schalten. „He,was soll das? Das könnte wichtig sein", empörte ich mich. „Glaubst du wirklich, dass hier mitten im Wald, in einem abgelegenen Bergtal, ein Anhalter auftauchen wird?", tadelte sie mich, „Außerdem haben wir gleich gar keinen Empfang mehr. Das ist hier ein absolutes Funkloch. Handy kannst du übrigens auch vergessen." Unwillkürlich griff ich nach dem Telefon in meiner Handtasche. Tatsächlich zeigte es kein Netz mehr an. „Da ist doch aber wenigstens ein Telefon in eurem Ferienhaus?", meine Stimme klang ängstlicher, als es mir lieb war. „Woher denn?", Cora amüsierte sich offensichtlich über mich Hasenfuß, „Die Hütte steht da seit fast hundert Jahren und im Umkreis von fünfundzwanzig oder dreißig Kilometern ist sonst nichts. Absolutely nothing. Glaubst du wirklich, da hätte sich jemand die Mühe gemacht, eine Telefonleitung hin zu legen? Wozu auch? Das ist ja gerade der Witz an der Sache. Völlige Abgeschiedenheit. Zeit für sich. Von nichts gestört oder abgelenkt werden. Darum habe ich dich doch hierher eingeladen." Ja, von nichts gestört zu werden, außer von hungrigen Bären oder einem Waldbrand oder einer plötzlichen lebensbedrohenden ...