1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... Ackerland geschaffen, indem man die Bäume fällte, die man sowieso für den Hüttenbau benötigte. Nur lief es irgendwann alles aus dem Ruder.
    
    Keiner merkte, wie sich die Begebenheiten auf der Insel langsam aber sicher zum Schlechten hin neigten. Es wurden mehr Bäume gefällt als nachwuchsen, was zuerst nicht so schlimm war, denn sie fühlten sich auf der Insel wohl und hatte nicht vor sie zu verlassen. So rotteten ihre Boote langsam dahin, die sie hergebracht hatten. Fischer waren sie ebenfalls nicht gewesen. Also kam auch keiner auf die Idee, dass etwas schief gehen könnte. Weiter ging der Raubbau an der Natur. Versuchten die jungen Triebe der nachwachsenden Bäume sich zu entfalten, wurden sie von den zahlhaften Ziegen verbissen. Nichts was den Tieren schmackhaft erschien, blieb verschont. Nur das, was zu trocken war, nicht schmeckte oder gar mit Dornen bewaffnet war, blieb über. So wuchs langsam ein verfilztes Dickicht heran, was kaum zu durchdringen war. Dies ließ aber auch keine Sprösslinge mehr durch.
    
    Ein Baum nach dem anderen fiel. Mehr Menschen, mehr Ackerland. Ein Kreislauf, der nicht zu stoppen war. Außerdem war das Holz leichter zu verbrennen, um zu kochen, als das dornige Gestrüpp was überall wuchs.
    
    Nur ein paar Jahre später waren fast alle Bäume verschwunden. Nur noch wenige standen da und harrten ihres Schicksals. Erst jetzt wurde den Menschen klar, was sie taten. Wussten aber nicht wie sie es ändern könnten.
    
    Dann kam der Tag, welcher wohl eine Art ...
    ... Schicksalstag wurde. Die Reste der verbleibenden Bäume bildeten eine Art kleiner Wald, der sich noch gegen jeden Sturm und gegen jedes Unwetter gestemmt hatte. Die Bäume wuchsen zwar schon schief, aber nur die äußeren. Doch dann kam ein Sturm. Nicht irgendeiner, sondern ein bestimmter, von der Bevölkerung nur "der Sturm" genannt.
    
    Der Wind peitschte über die Insel und riss alles mit sich. Windstöße von unheimlicher kraft rasten unaufhaltsam auf das Eiland zu und drückte gegen die Bäume.
    
    Zuerst konnten sie noch standhalten aber schon bald lockerten sich ihre Wurzeln im weichen Untergrund. Die Ersten fielen um und drückten jetzt noch zusätzlich mit ihrem Gewicht gegen die anderen. Immer mehr verkeilten sie sich ineinander, konnten sich dadurch aber auch gleichzeitig besser gegen den Wind behaupten, da sie eine feste Einheit bildeten. Doch genau das wurde ihnen zum Verhängnis. Auch wenn der Wind ihnen nichts mehr anhaben konnte, so kam jetzt auch noch ein Gewitter auf. Ein Gewitter von der Sorte die wenig Regen, aber viele Blitze brachten.
    
    Wie der Zufall es wollte, schlug einer der Blitze direkt in einen der vorderen, umgefallenen Bäume ein und fand sofort Nahrung. Der immer noch herrschende, starke Wind tat sein Übriges. In wenigen Minuten raste eine Feuerwalze über den ganzen Wald und verwandelte alles, was ihr in die Quere kam zu Asche. Kein Baum wurde verschont, dicht an dicht boten sie genau das an, was das Feuer benötigte.
    
    Die Inselbewohner konnten nur machtlos ...
«12...141516...144»