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Die Insel
Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran
... gegenseitig für das Wohl aller. Keiner musste im Alter Sorge tragen zu verhungern, weil einen keine Nachkommen versorgten. Das taten alle zusammen. Jetzt geschah noch etwas Merkwürdiges, was keiner so vorhergesehen hatte. Die Bevölkerung schrumpfte sogar. Niemand musste mehr Kinder haben und so kamen einige auf die Idee, dass man auch gut ohne auskam. Keinen Stress mehr mit den kleinen, keine langjährige Erziehung, nichts was einem die Ruhe zerstörte. Man konnte auch so glücklich sein. Dieser Trend hielt bis heute an und langsam wurde es eng. Man machte sich langsam schon Sorgen darum auszusterben. Die Lösung des Problems war noch nicht in Sicht. Aber all diese kleinen und mittelgroßen Probleme versanken in der Bedeutungslosigkeit, wenn man über die jetzigen nachdachte. Der Berg und mit ihm Rahani hatten das Opfer nicht angenommen. Davon war man sogar im Dorf schon überzeugt. Immerhin hatte man in der Nacht die Erdstöße sehr gut wahrnehmen können und die Menschen waren aus ihren Häusern geflohen. Zwei waren dann auch tatsächlich eingestürzt. Dann hatte man zum Berg gesehen und sofort die lange, rot glühende Zunge den Berg herunterfließen sehen. Das konnte nichts Gutes bedeuten, darüber war man sich schnell einig. Außerdem machte man sich Sorgen darüber, was mit denen geschehen war, die gerade in diesem Moment auf dem Berg sein mussten. Angst ging um und einige der Frauen machten sich sofort fertig, um in Richtung Berg zu laufen. Andere hielten es für reinen Wahnsinn ...
... und blieben lieber in der vermeintlichen Sicherheit des Dorfes. Zehn Frauen machten sich am frühen Morgen auf den Weg. Sie überquerten die Insel und standen ein paar Stunden später erschöpft an der nicht mehr vorhandenen Brücke. Nur noch ein unüberwindliches Wasser befand sich dazwischen, auf dessen anderen Seite die glühenden Massen in die See flossen und tropften. Laut zischendes und brodelndes Wasser, dessen weißer Rauch hoch aufstieg, verhinderte weiter auf die andere Seite sehen zu können. Also gingen ein paar nach rechts, die anderen nach links um eventuell aus einem anderen Winkel etwas sehen zu können. Aber auch das brachte auch keine neuen Erkenntnisse. Kein Mensch war auf der anderen Seite zu sehen. Sie blieben bis zum Mittag, sahen dann aber ein, dass es nichts bringen würde, zumal sie keinen Proviant mitgenommen hatten. Also blieben zwei der Frauen dort die anderen machten sich auf den Weg zurück ins Dorf. Sie würden jemanden schicken der etwas zu essen und trinken brachte. Sie wollten abwechselnd wachen. Wollten sehen, ob auf der anderen Seite noch jemand lebte. Wenn ja würden sie sicher irgendwann am anderen Ufer zu sehen sein. Der Gruppe auf der anderen Seite erging es nicht viel anders. In der Nacht war es einfach zu dunkel gewesen, um den Abstieg zu wagen. Darum warteten sie voller Angst an ihrem Platz und zuckten jedes Mal zusammen, wenn sich der Berg immer wieder schüttelte. Rahani war immer noch ungehalten und sich fürchteten sich vor ...