1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... jetzt nicht tat, dann würde er es nie mehr tun, davon war er überzeugt. Also hob er noch einmal ein Bein und ging zwei weitere Schritte hinein. Schon stand er bis zum Bauch im Wasser. Dann machte er sich steif und ließ sich nach vorne kippen.
    
    Sein Freund sah ihn ins Wasser tauchen. Dabei prustete er einmal auf, denn das Wasser war wohl kälter als es aussah. Doch sofort begann er lange Züge durch das Wasser zu machen und kam gut voran.
    
    Schon wenig später hatte er die Hälfte der Strecke geschafft und sein zurückgebliebener Freund war guter Hoffnung, dass er es schaffen könnte. Doch seine Schwimmbewegungen waren nicht mehr so kräftig wie zuvor. Vielleicht wegen mangelnder Übung oder wegen des kalten Wassers oder beidem zusammen. Ihm gingen langsam die Kräfte aus. Aber das war noch nicht so schlimm, denn die Strömung hatte noch nicht wieder eingesetzt.
    
    Doch plötzlich sah er einen großen Schatten unter seinem Freund. Zuerst hatte er noch geglaubt, dass es eine Täuschung gewesen wäre, aber der Schatten kam wieder und wurde deutlicher. Dann sah er sie. Sie war fast schwarz, dreieckig und tauchte hinter ihm aus dem Wasser auf.
    
    Er schrie seinem Freund zu sich zu beeilen, denn er war vielleicht nur noch hundert Schritte vom anderen Ufer entfernt.
    
    Dieser sah sich um und bemerkte ebenfalls die Flosse. Doch statt zu versuchen weiter zu schwimmen, blieb er im Wasser stehen und beobachtete alles um sich herum. Dabei war die Flosse inzwischen wieder abgetaucht und man ...
    ... konnte nichts mehr von dem Hai sehen.
    
    Kein Schatten, nichts deutete darauf hin das er da gewesen war und es kam ihm vor wie ein Spuk. Trotzdem verweilte er noch einen Moment und sah sich weiter um.
    
    Lange würde er es nicht mehr können, denn die Strömung setzte langsam aber sicher wieder ein. Zuerst gar nicht zu erkennen, aber sie war da.
    
    Dann drehte er sich wieder in seine Zielrichtung und versuchte jetzt möglichst schnell zur anderen Seite zu kommen. Dabei wurden seine Schwimmzüge unkoordiniert und somit weniger effizient. Nur noch sehr langsam kam er weiter. Doch langsam überwand er Schritt für Schritt und hatte wenig später nur noch fünfzig Schritte vor sich.
    
    Doch plötzlich erschien unter ihm ein dunkler Punkt, der unheimlich schnell größer wurde. Sein Freund wollte ihn gerade noch warnen, da war es schon zu spät.
    
    Mit unheimlicher Kraft wurde er in die Luft geschleudert, wobei der Leib eines großen Hais folgte. Er hing mit seinem Oberkörper quer in dessen Maul und schrie auf einmal auf.
    
    Schon tauchte der Hai wieder ein und nahm seinen Freund mit, während man den Eindruck hatte, als wenn der Schrei noch in der Luft hing. Sonst war nichts mehr zu hören. Nur noch ein paar kleine Wellen, die sich ringförmig von der Stelle weg bewegten, waren noch Zeugen von dem Vorfall. Wenige Augenblicke später verfärbte sich der innere Ring rot.
    
    Entsetzt sah der auf der Insel verbliebene Freund zu. Konnte nichts machen und traute seinen Augen nicht. Es dauerte einen kleine ...
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