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Die Insel
Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran
... Seite. Schroffe Klippen stürzten sich wohl zwanzig Schritte in die Tiefe, deren Sockel nicht aus Strand bestand. Nur ein schmaler, von Felsblöcken übersäter Saum wurde sichtbar, der bei Flut fast überspült wurde. Ein Anblick, der nicht dazu geneigt war, zu verweilen. Nur die drei konnten diesem Landstrich etwas abgewinnen. Zwar waren die anderen auch schon mehrmals hier gewesen, es aber nicht für lohnenswert betrachtet, wieder zu kommen. Die drei wussten aber genau, wohin sie wollten. Schon oft waren sie den Weg gegangen und hüteten, was am Ende des Wegs war, wie ihren Augapfel. Kein anderer sollte es sehen, darum war ihre Aufmerksamkeit den ganzen Weg so aufgeweckt wie nur möglich. An einer ganz bestimmten Stelle war, kaum zu erkennen, eine Möglichkeit nach unten zu gelangen, ohne sich den Hals zu brechen. Zumindest war der Abstieg wesentlich ungefährlicher als sonst wo, denn aufpassen mussten sie trotzdem. Nur wenig später standen sie am Sockel der Klippen und wandten sich nach links. Hier überkletterten sie mehrere große dunkle Felsblöcke. Erst dann wurde sichtbar, was sie entdeckt hatten. Hier, hinter einer Kurve und einer birnenförmigen Bucht, unter einem herüberhängenden Vorsprung öffnete sich eine relativ große Höhle. Sie war wesentlich breiter als hoch, wohl zwanzig Schritte bereit, aber nur drei bis vier hoch, teilweise musste man sich bücken, wenn man hinein wollte. Ebenso bemerkenswert war, dass sie zum Teil unter Wasser stand. Dreiviertel war geflutet ...
... und durch so etwas wie einen breiten Graben mit dem Meer verbunden. Der Rest der von außen sichtbaren Höhle war trocken. Er bestand aus harten Felsen, die mit der Zeit abgeschliffen wurden, wenn die Flut auch den Rest der Höhle unter Wasser setzte. Auf dem ersten Blick fiel einem nur eins auf. Der Graben wurde von einer seltsamen Konstruktion unterbrochen. Die Männer hatten Bündel aus Buschwerk mit einander verwoben und sie so gestapelt, dass sie im Halbbogen über und in dem Graben lagen, wobei die Öffnung zum Höhleneingang zeigte. Dann hatten sie sie noch mit Felsen beschwert und somit eine durchlässige Barriere geschaffen, die nichts mehr durch ließ, was größer als zwei Finger in der dicke war. Doch zuerst gingen die Männer an der Konstruktion vorbei und betraten die Höhle, wobei jeder von ihnen ein Bündel Reisig bei sich trug, die sie unterwegs gesammelt hatten. Schon oft waren sie diesen Weg gegangen und gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit, die sie umso mehr umgab, je tiefer sie kamen. Die Höhle ging tiefer hinein als man von außen vermutet hätte und dabei stieg sie langsam an. Nur dreißig Schritte oder etwas mehr waren sie schon so hoch, dass das Wasser nicht mehr dort hin kam, selbst bei Flut nicht was man an dem vollkommen trockenen und rauen Boden erkennen konnte. Dann machte die Höhle einen leichten Bogen und endete in eine Art Raum der fast gar nicht mehr vom Tageslicht erreicht wurde. Nahezu stockdunkel war es hier, denn die fast schwarzen Wände ...