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Die Insel
Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran
... beiden und legte immer wieder etwas von dem Reisig nach. Dabei achtete er genau darauf, die Flamme auf gleicher Höhe zu halten. Nicht zu viel, damit sich ihr Vorrat nicht zu schnell aufbrauchte, nicht zu wenig, damit die Fische auch gar wurden. Währenddessen stieg die Flut immer weiter und als ihre Fische endlich fertig waren, konnten sie die Höhlen nicht mehr verlassen. Doch das hatten sie es auch gar nicht vor gehabt. So waren sie für sich alleine und keiner konnte sie finden. Sollte ja auch keiner, denn sie waren sich selber genug und brauchten die anderen eigentlich auch gar nicht. Ihr Problem war nur, dass wenn sie ganz weg blieben, würden die anderen sie wahrscheinlich suchen und irgendwann finden. Auf der anderen Seite fiel es langsam auf, dass sie anscheinend von Luft lebten. Wie sie es auch drehten, es wurde immer schwieriger, ihr Geheimnis für sich zu behalten. Außerdem konnten sie sich nicht ganz zurückziehen. Es gab nur eine Quelle für Süßwasser auf der Insel. Und Wasser brauchten sie zumindest ab und zu. Sie konnten zwar einiges mit Beuteln aus Ziegenhäuten mit sich führen, aber eben nur begrenzt. Wenn sie es wieder auffüllen mussten, dann liefen sie immer Gefahr irgendeinem der anderen über den Weg zu laufen. Also gingen sie gegen Abend immer zurück, wenn es ihnen auch nicht gefiel. Die Fische und Meeresfrüchte die sie in der Glut garen ließen, schmeckten wie immer gut. Frisch waren sie doch immer noch das Beste was es gab. Saftig und weich ...
... schmeichelte das weiße Fleisch den Gaumen und sie genossen jeden Happen, der durch ihre Hälse rutschte. Waren sie dann damit fertig, leckten sie sich gesättigt die Finger ab und nahmen das Gefühl entgegen, einen vollen Bauch zu haben. Wenn man sich in der kleinen Höhle weiter umsah, konnte man in einer anderen Ecke, fast nicht vom Licht erreicht, etwas liegen sehen. Es war kein Stein und wenn man näher kam, erkannte man es zuerst eher am Geruch. Es roch nach trockenem Gras und Kräutern. Erst dann erkannte man, dass es sich um einen großen, weit auseinandergebreiteten Haufen von Heu handelte. Hierhin zogen sich die drei zurück, während das Feuer langsam herunter brannte, da keiner mehr etwas von dem wenigen Reisig nachlegte, welches noch vorhanden war. Hier ließen sie sich einfach auf die weiche Unterlage fallen. Voll der Bauch und mit sich selbst zufrieden, mussten sie jetzt auf die nächste Ebbe warten. Vorher kamen sie nicht mehr aus der Höhle. Es war schon länger her, dass sie den Unterschlupf gefunden hatten und schon viele Male hatten sie sich einschließen lassen. Stunden der Ruhe folgten. War es zu Anfang noch interessant gewesen, wie sich das Meer seinen Weg in die Höhle bahnte und welches Getier damit einher ging, so wurde es dann doch mit der Zeit langweilig. Hatten sie also gegessen, kamen mindestens vier Stunden, in denen sie nichts anders zu tun hatten, als es sich gemütlich zu machen und abzuwarten. Zuerst hatten sie die Stunden verschlafen, aber selbst das konnten ...