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Die Insel
Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran
... ein paar Tage davon leben können. Doch der reichste Fund den sie machten war ein langer Ast. Für sie etwas besonderes, denn so etwas kannten sie nur noch vom hören. Es musste Treibgut gewesen sein, denn so etwas gab es auf der ganzen Insel nicht mehr. Der Ast war etwa vier Schritte lang und relativ gerade. Dazu fast weiß, denn er musste schon sehr lange dort gelegen haben und war vollkommen ausgeblichen. Außerdem mehrfach nass und wieder trocken geworden und dadurch unheimlich hart. Am Abend machten sie ein Feuer, puhlten die Schnecken aus ihren Häusern, fädelten sie auf kleine Stöcker auf und hielten sie ins Feuer. Die Krebse warfen sie im Ganzen hinein und holten sie dann mit etwas Geschick und einigen anderen kleinen Ästen wieder heraus, wenn sie gar waren. So saßen sie dann einigermaßen satt am Feuer und berieten danach, was sie mit dem Ast machen sollten. Ihn zu verbrennen hielten sie für zu schade. Kugogo war sicher nicht der schlauste, machte eher das, was man ihm sagte, aber er konnte sich daran erinnern, dass ihm sein Vater einmal etwas davon erzählt hatte, das wiederum sein Vater, also Kugogos Großvater aus einem Ast einen Speer gemacht hatte. Dazu hatte er das dicke Ende über einem Feuer angespitzt und sogleich damit die Spitze gehärtet. Dann habe er noch ein paar Wiederhaken daran angebracht und eine Leine an das Ende gebunden. Kugogos Vater hatte ihm davon eine Zeichnung in den Sand gemalt und somit konnte er sich es in etwas vorstellen. Um es den ...
... anderen zu verdeutlichen, machte er es jetzt genauso. Zuerst leuchtete es den anderen nicht ein, wozu es gut sein sollte, denn die Ziegen brauchte man nicht jagen, die kamen von alleine auf einen zu und es gab nichts anderes auf der Insel, was man mit einem Speer erlegen konnte. Doch Kugogo meinte, dass es an bestimmten Stellen im Wasser größere Fische gäbe die man mit seinen dünnen Seilen nicht heraus bekommen würde. Doch so ein Speer könnte es schaffen. Die anderen waren von der Idee nicht so überzeugt, hatten aber auch keine anderen, bessere Idee und überließen ihm den Ast und Kugogo begann sofort mit der Umsetzung seines Plans. Die ganze Nacht über saß er leicht übergebeugt am Feuer und bastelte vor sich hin, hielt immer wieder die Spitze ins Feuer bis sie fast Feuer fing. Dann bearbeite er den Ast wieder. Es ging nur langsam voran, denn ihm fehlten die Werkzeuge dafür, doch er machte sie sich aus ein paar Steinen und schaffe es, seinen Speer bis zum Morgen fertig zu haben. Dann hielt er ihn prüfend in der Hand und schleuderte ihn von sich. Warf er zuerst noch sehr ungenau, versuchte er es auf kürzere Distanz und jetzt traf er genauer als zuvor. Erst als die anderen aufwachten und verschlafen den Unterschlupf verließen, hörte er damit auf und begab sich selber zur Ruhe. Doch nur vier Stunden später war er wieder auf den Beinen und übte weiter. Den ganzen Tag über sah man ihn durch die Büsche laufen. Schleuderte den Speer mal hier und mal dort hin. Suchte sich ein ...