1. Die Insel


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran

    ... stellte.
    
    Breit und untersetzt stand er neben ihr und starrte jetzt ebenfalls in die Dunkelheit. Dabei hielt er etwas Längliches in beiden Händen, was sie nicht erkennen konnte. So etwas hatten sie noch nie gesehen. Das Einzige, was sie erkannten war, dass es Kugogo war. Der wohl Kräftigste von allen auf dieser Insel.
    
    Nach einer ganzen Weile stellte Kugogo dann das längliche Ding auf den Boden und legte einen Arm auf Saris Schulter. Dann drehten sie sich zueinander und er gab ihr einen kurzen Kuss. Erst dann drehten sie sich ganz um und gingen zum Feuer zurück. Hier setzten sie sich wieder wie zuvor hin und saßen ruhig da.
    
    Das alles verwirrte die Drei. Beide waren ihnen sehr gut bekannt, nur hätten sie nie gedacht, die beiden so wiederzusehen. Sie schienen ein Paar zu sein und das war ihnen neu. Allerdings hatten sie von allen anderen nichts gesehen. Warum also nicht.
    
    Sie drei zogen sich also zurück und warteten auf den Morgen. Sie wollten nicht in der Dunkelheit auf die anderen stoßen, sofern es überhaupt noch andere gab, denn es hätte Reaktionen hervorrufen können, die keiner von ihnen wollte. Also ließen sich die Drei in einiger Entfernung nieder und warteten auf die Helligkeit des nächsten Tags.
    
    Als es dann vollkommen hell war, wagten sie es. Nicht zu schnell und nicht zu langsam, kamen sie wieder aufs Lager zu, wobei einer der Drei sogar ein munteres Liedchen pfiff. Man sollte sie nicht nur sehen, sondern auch hören. Auf alle Fälle sollten sie frühzeitig ...
    ... wahrgenommen werden.
    
    Und so kam es dann auch. Immer noch zweihundert Schritte vom Lager entfernt, stand auf einmal eine Gestalt auf und sah in ihre Richtung. Nun wurden sie gesehen und es gab keinen Rückschritt mehr. Also gingen sie langsam aber bestimmt weiter, waren aber aufs Letzte angespannt, um jederzeit die Flucht antreten zu können. In dem Falle hatten sie ausgemacht, dass jeder in eine andere Richtung flüchten sollte und sie würden sich an der Einsturzstelle ihrer Höhle treffen.
    
    Aber dazu kam es nicht. Schon fünfzig Schritte näher, erschien der nächste Kopf und dann noch einer. Keiner von ihnen war aber der von Kugogo oder Sari. Also waren sie zumindest zu fünft. Ihnen also jetzt schon überlegen. Und noch mehr Köpfe erschienen.
    
    Als sie dann nur noch hundert Schritte entfernt waren, war die Zahl auf zwölf angewachsen. Alle Frauen aus dem ehemaligen Lager und sechs Männer. Unter ihnen jetzt auch Kugogo und Sari. Ob es noch mehr waren, konnten sie nicht sehen.
    
    Es gab kein zurück mehr. Jetzt hätte jeder Fluchtversuch scheitern müssen. Dafür waren es einfach zu viele. Aber sie konnten auch keine Aggression in den Gesichtern erkennen. Niemand hatte einen Stein in der Hand außer Kugogo, der wieder das lange Ding in der Hand hatte, wozu es auch immer gut war. Bei näherem Hinsehen meinten sie sogar, so etwas wie ein Lächeln auf vielen Gesichtern zu erkennen und das motivierte sie dann doch, weiter zu gehen.
    
    Die erste Begegnung nach langer Zeit wurde geradezu ...
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