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Die Insel
Datum: 14.08.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Kastor Aldebaran
... entwickeln. Dazu kamen die Lavaströme, die am Fuß des Berges nur noch sehr zäh weiter flossen und sich eher in die Höhe aufbauten als in die Länge. Wie lange Zungen von dunkelschwarzer Farbe überzogen sie die Berghänge und kamen kaum bis in die Ebene, da sie nur wenig geschmolzenes Gestein mit sich führten. Die beiden gingen weiter und waren dabei den Berg zu umrunden. Sie waren schon stundenlang unterwegs und gar nicht mehr so weit weg von ihrem ehemaligen Lager. Allerdings hätten sie das Lager auch gar nicht mehr betreten können, denn wie sie aus der Entfernung schon sehen konnten, war es vom Erdboden verschwunden oder besser gesagt von einer Lavazunge begraben worden. Ein breiter Strom hatte das Lager einfach überrollt und nichts davon übrig gelassen. Nichts deutete mehr daraufhin, dass sie hier einmal erlebt hatten. Als die beiden dann doch näher an die Stelle herangingen, erkannten sie schon von der Ferne, dass sogar Saris Höhle nicht mehr existierte. Sie war genauso zusammengebrochen wie die der Drei. Alles war ausgetilgt worden und hinterließ keine Spuren mehr. Rano und Mani standen noch eine Weile Hand in Hand dort, wo sie sich das erste Mal getroffen hatten und es kam ihnen unwirklich vor, obwohl es noch gar nicht so lagen her gewesen war. Es war nicht alles schlecht gewesen. Immerhin hatten sie alle gekannt und immer wieder sahen sie die Gesichter der anderen, die nicht mehr waren. Ohne es zu wollen, stiegen ihnen Tränen in die Augen. Nur schwer ...
... konnten sie sich von dem Anblick lösen, obwohl es nichts mehr zu sehen gab. Doch vor ihren geistigen Augen war noch alles da, liefen die Freunde und Bekannten umher und lebten fröhlich und zufrieden weiter. Mit diesen Gedanken machten sie sich wieder auf den Berg zu umrunden. Zwei Stunden später kamen sie langsam an die Stelle, von der aus man die andere Hälfte der Insel sehen konnte und obwohl es langsam dämmrig wurde, wollten sie diese unbedingt noch sehen. Also beschleunigten sie ihre Schritte und verfielen fast in einen Dauerlauf, den sie erst stoppten, als sie am Ufer angekommen waren. Ein Anblick offenbarte sich ihnen, wie sie es nicht vermutet hätten. Ein gewaltiges Knacken und Blubbern ließ sich hören und weiße Rauchfahnen stiegen teilweise explosionsartig in den Himmel. Es war das reinste Chaos, in dem man sich erst einmal zu Recht finden musste. Nur ab und zu konnten sie einen kurzen Blick auf die andere Seite erhaschen, zu dicht waren die Wasserdampfwolken, die sie umgaben. Doch was wesentlich interessanter war und sofort ihre Aufmerksamkeit auf sich zog, war etwas ganz anderes. Rahani spie an dieser Seite des Bergs wesentlich mehr Lava aus und diese floss in einem breiten Strom den Hang herunter, der jetzt fast bis ans Wasser reichte. Hier ergossen sich gewaltige Mengen des glühenden Gesteins ins Wasser. Dieses brodelte und verdampfte an einer breiten Front, immer wenn es zusammenkam. In der jetzt einsetzenden Dämmerung wurde es noch deutlicher und ab ...