1. Verzweifelter Besuch


    Datum: 14.08.2021, Kategorien: Oral, Autor: Vanessa

    ... nächsten Abend nicht zu erwarten. Einer der vielen Postzusteller womöglich, die zu den Briefkästen wollen.
    
    Ich hatte nicht vor, aufzumachen. Generell nicht und erst recht nicht in diesem Moment. Nackt in der Badewanne, umgeben von Schaum. Ich schloss genießend die Augen und versuchte, die Störung nicht an ich ran zu lassen. Aber es klingelte erneut. Ich seufzte auf, meine Entspannung war wohl dahin. Als es im nächsten Moment auch noch an der Wohnungstür klopfte, war klar, dass es sich nicht um einen Paketdienst handeln konnte, der Störenfried war schließlich schon im Treppenhaus und wollte wirklich zu mir.
    
    Ich gab auf. Es musste ein Zeichen sein, mich schleunigst wieder an den Schreibtisch zu setzen. So schnell es eben ging verließ ich die Wanne, trocknete mich notdürftig ab und warf mich in meinen Bademantel.
    
    murmelte ich noch vor mich hin und eilte noch leicht tropfend zur Tür. Ich hatte extra einen verärgerten Blick aufgesetzt, um an meinem Unmut keinen Zweifel zu lassen und riss die Tür förmlich auf.
    
    Mein Ärger verflog aber unverzüglich, als ich den verheulten Haufen Elend mit den Korkenzieherlocken vor mir sah. Evelyn! Das letzte Mal, als sie so vor meiner Tür aufgetaucht war, hatte wir ziemlich aufregenden Sex mit ihrem Freund zusammen. Jetzt heulte sie sich genau wegen diesem Typen die Augen aus dem Kopf. Jens hatte sich getrennt. Plötzlich und unvermittelt hatte er seine Sachen geschnappt und war abgehauen. Nicht einmal eine Erklärung hatte er dafür ...
    ... gehabt. Ich bat sie herein und nahm sie erstmal in den Arm, das brauchte sie jetzt offensichtlich. Dann machte ich einen Kaffee und nahm sie gleich wieder in den Arm. Keine Sekunde dachte ich darüber nach, sie raus zu schmeißen und mich auf meine Prüfung zu konzentrieren. Das hätte ich jetzt eh nicht gekonnt.
    
    Evelyn war völlig aufgelöst und konnte selbst kaum fassen, was da gerade mit ihr passierte. Sie konnte auch nicht erklären, woher sie die Gewissheit nahm, dass er nicht einen kurzzeitigen Aussetzer hatte und demnächst wieder vor der Tür stehen würde, sondern wirklich und für immer verschwunden war.
    
    Wir saßen lange in der Küche, sprachen ein wenig, schwiegen viel und ganz allmählich wurde das Heulen weniger. Aber die Trauer und der Schmerz saßen tief. Bald schon bat sie mich wieder um eine Umarmung und hockte sich zu meinen Füßen in meinen Schoß. In einer ähnlichen Situation hatte sie ja damals vor mir gehockt und ich konnte sie nur mit einem Griff in ihre Haare so erregen, dass wir im Bett gelandet waren. Es war ziemlich unpassend, dass ich daran in dieser Situation denken musste und ich schämte ich dafür. Dieses Mal hielt ich sie nur fest und ließ sie trauern.
    
    Keine Ahnung, wie lange wir da so saßen, ich auf einem Küchenstuhl und sie zusammen gekauert auf dem Boden. Irgendwann hob sie den Kopf und sah zu mir hinauf:
    
    Für meine Prüfung war das natürlich Gift, das war mir klar. Aber ebenso wenig konnte ich ihr das abschlagen und so willigte ich ein. Eine ...
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