1. Ein Studentenleben in den 80ern 09


    Datum: 01.10.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bykleinaberfein

    ... mit Christiane zusammen sein zu können.
    
    Er hatte allerdings auch eine Reihe von guten Gründen, dort zu bleiben, wo er war. Zum einen war er alles andere als ein Großstadttyp. Das war ihm bei den ersten Reisen nach Hamburg wieder klargeworden. Zum anderen schlug er in „seinem" Unistädtchen immer stärkere Wurzeln. Zu Semesterbeginn hatte ihn sein Lieblingsprofessor gefragt, ob er bei ihm am Lehrstuhl als Studentischer Mitarbeiter anfangen wollte. Darüber hatte er sich sehr gefreut. Inzwischen fühlte er sich am Lehrstuhl inmitten eines sehr netten Teams schon recht heimisch.
    
    Und auch seine Wohnsituation hatte sich verändert. Frauke, auch während der Beziehung mit Pia immer noch Christophs enge Vertraute und Ratgeberin, hatte vor Wochen die Idee geboren, gemeinsam in eine WG zu ziehen. Das mit den nebeneinanderliegenden Zimmern im Wohnheim sei ja ganz nett, aber so eine WG könnte doch ein tolles Experiment für zwei Leute sein, die einander zwar sehr sympathisch sind, aber eben auch nicht mehr.
    
    Christoph fand, dass dieses Projekt inmitten seines Gefühlschaos' nicht das allerwichtigste Thema war. Zugleich war er aber doch neugierig auf diese damals noch nicht sehr verbreitete Wohnform und sicher, dass so etwas, wenn überhaupt, nur mit Frauke klappen würde. Daher hatte er ihr das Signal zu geben, ruhig mal auf die Suche nach einer Wohnung zu gehen. Er sei dabei. Wie nicht zu anders zu erwarten war, wurde Frauke bald fündig. Beiden gefiel die Wohnung sehr. Sie hatte zwei ...
    ... geräumige Wohn- und Arbeitszimmer, ein modern eingerichtetes Bad, zusätzlich aber eine große und vor allem sehr gemütliche Wohnküche, die in kürzester Zeit Lieblingsaufenthaltsort von Frauke, Christoph und allen WG-Gästen wurde. Zusätzlicher Vorteil war die Lage der WG in der Altstadt mitten zwischen den Studentenkneipen. In keine war es zu Fuß weiter als fünf Minuten. Die Schlafzimmer hatten ihre Fenster zum Innenhof, so dass es auch nicht zu laut wurde.
    
    Christoph spürte, dass er mit dieser Situation, der Zugehörigkeit zum Leichtathletikverein und allem anderen ein sehr gutes Lebens- und Studienumfeld hatte. Natürlich wäre alles noch tausendmal schöner gewesen, wenn Pia, seine Pia hiergeblieben wäre und sein Leben mit ihm teilen könnte. Er war aber innerlich nicht bereit, dieses Leben komplett aufzugeben, um in Pias Nähe zu sein. Zumal Pia im Vorbereitungs- und Studienstress ja auch keine Zeit für ihn hatte, wie man an der Absage des gemeinsamen Wochenendes gesehen hatte.
    
    Die Telefonate der beiden an den folgenden Tagen waren kurz, knapp und unbefriedigend. Am kommenden Samstag, als Christoph gerade mit Frauke beim Frühstück saß, kam ein Brief aus Hamburg. Christoph ließ ihn ungeöffnet liegen und nahm ihn nach dem Frühstück mit in sein Zimmer. Auch dort fand er noch tausend Dinge, die gerade wichtiger waren, als den Brief zu lesen. Erst nach zwei Stunden verlor er den Kampf gegen sich selbst und öffnete den Brief.
    
    Der Brief war so, wie er ihn erwartet hatte. Pia ...
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