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Ein Studentenleben in den 80ern 09
Datum: 01.10.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bykleinaberfein
... schrieb, dass sie in den letzten Tagen viel nachgedacht und viel geheult hätte. Christoph und die Zeit mit ihm sei das Schönste und Beste, was ihr in ihrem Leben bisher widerfahren sei. Nie sei sie so glücklich gewesen wie im letzten Sommer. Aber jetzt komme es ihr so vor, als sei dieser unbeschwerte, glückliche Sommer schon sechs Jahre her und nicht nur sechs Monate. Die räumliche Trennung und der Prüfungsstress seien stärker als alles andere. Sie könne versuchen, nach dem Physikum einen Wechselantrag nach München zu stellen. Bis dahin seien es aber noch gut eineinhalb stressige Jahre. Auch große Teile der Ferienzeit werde sie in Hamburg sein müssen. Ob der Wechselantrag Erfolg habe, wisse man nicht. Selbst dann lägen 150 km zwischen München und zuhause. Auch das sei ja eher die Distanz einer Fernbeziehung. Deswegen würde sie nach viel Grübeln und noch mehr Heulen nun versuchen, sich wie ein erwachsener Mensch zu benehmen: Sie schlage ihm vor, sich im Guten zu trennen und sich ab sofort auf die eigene Lebenssituation zu konzentrieren. Sie wisse nicht, ob sie das schaffen werde. So weiterzumachen wie in den letzten Wochen, schaffe sie aber sicher nicht mehr. Christoph war seit Wochen klar, dass ihre Beziehung auf diesen Punkt zulaufen würde. Trotzdem zog ihm der Brief den Boden unter den Füßen weg. Er war tagelang nicht ansprechbar, ließ Vorlesungen ausfallen, verzog sich in sein Zimmer und versuchte, wieder klare Gedanken zu fassen. Er brauchte über eine Woche und ...
... einen stundenlangen Winterspaziergang um festzustellen, dass Pia Recht hatte. Leider! Es hatte keinen Sinn mehr. Nachdem ihm das klargeworden war, setzte er sich hin, um Pia zu antworten. Er entschuldigte sich zunächst, mit seiner Antwort so lange gebraucht zu haben. Er habe sich zu lange um eine ehrliche Analyse ihrer Situation herumgedrückt. Inzwischen sei aber auch ihm klar, dass es zwar furchtbar, aber auch richtig sei, sich jetzt zu trennen. Die gemeinsame Zeit sei ein riesiger Schatz, den er für immer in seinem Herzen bewahren werde. Alles andere als eine Trennung „im Guten" sei für ihn völlig unvorstellbar. Er wünsche ihr alles, alles Gute und würde sich riesig freuen, mit ihr in Verbindung zu bleiben, sie vielleicht auch mal wieder zu treffen und zu sprechen. Sicher nicht in den nächsten Wochen, aber irgendwann einmal. Wenn es aufgehört hätte, so furchtbar weh zu tun wie gerade im Augenblick. ‚Komisch Christoph', dachte er sich, nachdem er den Brief losgeschickt hatte, ‚jetzt hast Du schon bald eine Sammlung von Frauen, die Dich alle gut finden, die Du auch gut findest, mit denen Du aber trotzdem nicht zusammen bist: Pia, Gaby, Karin. Eigentlich auch Sylvia. Aber was soll's. Besser so, als mit allen verfeindet zu sein.' Bei diesem Gedanken wurde ihm schon etwas wärmer ums Herz. Und dieser ‚Heilungsprozess' setzte sich in den nächsten Tagen fort. Er war zwar immer noch traurig, aber es tat nicht mehr ganz so weh wie in der Woche nach Pias Brief. Zwei Wochen ...