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Das Bangkok Syndikat 18
Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... ihm geschehen würde, darüber schwiegen sich die Medien aus. Wahrscheinlich würde, wie oft in solchen Fällen, von der Politik Druck auf die Medien ausgeübt werden, damit keine näheren Details über diesen Mann und sein Wirken an die Öffentlichkeit gelangten. Mehr war den Medien nicht zu entnehmen. Fünf Jahre danach Was aber war nun aus Christian, Alain und Tom geworden? Mit Uaan, Kim, Jasmin und Wanda geschehen? Mit Chai, Wang, Dr. Katanaa und Frau Doktor Silami passiert? Tom und Christian waren zwei Tage nach ihrer Befreiung mit einem Sonderflug nach Deutschland zurückgeflogen, während Alain sich geweigert hatte, Bangkok zu verlassen. Er hatte sich um Kim gekümmert, so wie sie es in den schlimmen Wochen der Gefangenschaft für ihn getan hatte. Seine Aussage hatte sie zum Großteil von den Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft entlastet, dennoch war sie zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Auch während ihrer Inhaftierung hatte der Deutsche den Kontakt zu der Thailänderin aufrechterhalten und sie besucht, so oft es ihm möglich gewesen war. Nach ihrer Entlassung war sie zu ihm nach Deutschland gezogen, knapp vier Jahre nach den schlimmen Geschehnissen hatten sich die beiden gegen den ausdrücklichen Willen seiner Familie am Standesamt in seiner Heimatstadt das Ja-Wort gegeben. Vielleicht war er der Einzige der drei jungen Männer, der einigermaßen glimpflich und ohne nennenswerte Schäden an Leib und Seele aus dieser Sache herausgekommen war. Tom hingegen war nie ...
... wieder nach Thailand zurückgekehrt und hatte auch zu Uaan jegliche Beziehung eingestellt. Seit der Befreiung hatte er alles unternommen, um seine furchtbaren Erinnerungen an dieses Land bzw. diesen „Urlaub" aus seinem Kopf zu zwingen und schien es auf diese Art und Weise, zumindest mit gewissem Erfolg, auch geschafft zu haben. Er hatte geheiratet, eine Familie gegründet und bis zum heutigen Tage nie wieder über diese Zeit gesprochen, auch dann nicht, wenn er Christian oder Alain wiedergesehen hatte. Christian war, kaum wieder in München gelandet, in eine Spezialklinik für Psychiatrie eingewiesen worden. Mühsam hatte er wieder sprechen und verstehen gelernt und aus dem Innersten seines Bewusstseins, wohin er sich zurückgezogen hatte, in ganz kleinen Schritten wieder herausgefunden. Eine Psychiaterin hatte sich seiner angenommen und war über Jahre hinweg als Therapeutin an seiner Seite geblieben. Ihr war es zu verdanken, dass er schließlich seinen Beruf wieder hatte aufnehmen, sich langsam wieder in die Gesellschaft integrieren hatte können und ab und an wieder Freude empfand. Doch auch nach mehreren Jahren schaffte er es noch immer nicht völlig, sich von den Erinnerungen an diese Domina zu lösen. In seinen Träumen durchlebte er immer wieder die furchtbaren Abstrafungen und Demütigungen, die sie ihm auferlegt hatte, aber auch die Momente, in denen sie sich nahe gewesen waren. Es scheint ihm zuweilen auch heute manchmal noch so, also würde Nori ihn aus dem Jenseits heraus ...