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Das Bangkok Syndikat 18
Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... die Gäste unterhalten sollten. Ein komisches Ansinnen, wie er fand, dessentwegen er extra seine Praxis hatte schließen und sich krankmelden müssen, bestand der Pate doch darauf, dass er bis zum morgigen Tage bleiben sollte. „Lubana! Jetzt bleib doch endlich stehen!" Der Arzt fuhr herum und warf Jasmin einen wütenden Blick zu. „Warum? Damit du wieder auf mich herunter spucken kannst? Wir haben es geklärt, also hör auf damit, mich weiterhin zu verspotten!" Die Augen der Klub-Chefin schwammen in Tränen. Als ob sie sich des Mediziners versichern wollte, griff sie nach seiner Hand und hielt sie fest. „Bitte rede mit Wang! Sag ihm, dass wir zusammen sind, dann werden mich seine Männer vielleicht in Ruhe lassen." Der Arzt starrte sie schockiert an. „Du meinst ...?" Die schlimmen Erlebnisse dieses Tages brachen nun ungehemmt aus der rothaarigen Frau hervor. Wie eine Flasche Schnaps war sie unter den Männern des Paten herumgereicht und missbraucht worden. Jeder einzelne hatte sich an ihr vergangen, wie es ihm beliebt hatte. Sie selbst aber konnte und wollte nicht mehr, fühlte sich leer und gedemütigt, während selbst ihr geschändeter Körper zu kapitulieren drohte. „Bitte, Lubana. Du bist der einzige Mensch, der mir noch helfen kann." Der Arzt empfand Mitleid in sich aufsteigen, doch wollte er sich hiervon nicht beeinflussen lassen. Jasmin hatte schließlich auch keines mit ihm gezeigt. „Wie sollte gerade ich das können, Jasmin? Ich durfte dich ja ...
... nicht einmal zum Essen ausführen." Die mit ihrem Schicksal hadernde Frau spürte den Zorn, der unzweifelhaft ihrem ablehnenden, ja verletzenden Verhalten geschuldet sein musste. Sie musste ihn besänftigen, ungeachtet dessen, was sie dafür in Kauf zu nehmen hatte. „Bitte hilf mir!" Doktor Lubana schüttelte den Kopf und wandte sich von der Chefin des Klubs wieder ab, um sich seiner eigentlichen Aufgabe zu widmen. Er war fertig mit dieser Frau, ein für allemal. Jasmin aber legte ihre Hand auf seine Schulter, um ihn zu sich umzudrehen, doch streifte er sie mit einer unwirschen Bewegung ab und verschwand im Treppenhaus. „Heute Abend, Lubana! Das heißt ... wenn du noch magst." Er blieb auf der Treppe stehen und blickte zurück. „Und was soll mir das bringen?" Jasmin atmete schwer, während neue Tränen ihr Gesicht benetzten. Die Hilfe dieses Mannes schien die einzige, ihr noch verbliebene Möglichkeit zu sein, sie vor weiterem Missbrauch zu schützen. „Ich bleibe heute Nacht bei dir, wenn du das möchtest. Du bist doch ohnehin bis morgen hier. Es gibt oben ein bequemes Zimmer, dort können wir es uns schön machen." Der chinesische Mediziner starrte die Rothaarige derart entgeistert an, als hätte ihn ein Blitz gestreift. Sie hatte ihm soeben praktisch einen Freischein ausgestellt. „Und dann? Ich meine morgen. Was geschieht, wenn Wang wieder weg ist?" Jasmin kämpfte mit sich, während ihre Augen einen imaginären Punkt am Boden fixierten. „Wir werden sehen, ...