1. Manchmal muss es ein Schwanz sein


    Datum: 05.11.2021, Kategorien: Betagt, Autor: byAcheloos

    Dies ist die Einladung zu einer kleinen Zeitreise des unerfüllten homoerotischen Verlangens. Sie beginnt in jungen Jahren und ist mit aktuell 65 Jahren noch nicht zu Ende.
    
    Während meiner Kindheit waren gleichgeschlechtliche Handlungen unter Männern noch als „Verbrechen wider die Sittlichkeit" strafbar und die Gerichte in der bigotten und moralinsauren Nach-Adenauerzeit entfalteten einen großen Ehrgeiz darin, ihre verschrobenen Moralvorstellungen mit Häme und Macht durchzusetzen. Verboten war übrigens auch -- die jüngeren Leser werden sich das kaum vorstellen können -- das gemeinsame Masturbieren unter Männern ohne sich gegenseitig anzufassen oder der Triolenverkehr, also der harmlose Dreier in Form von 2 Männern und einer Frau (MWM). Unzucht halt, wie das damals hieß.
    
    Für mich war das nicht weiter tragisch. Ich interessierte mich für Mädchen, wenngleich ich auch gerne mal einen Schwanz betrachtete, wozu es jedoch, außer unter der Dusche nach dem Fußballspiel, kaum Gelegenheit gab. Keiner wollte damals gerne duschen, da jeder befürchtete sein Penis könnte erigieren und man könne dann als Homosexueller angesehen und vom Trainer aus der Mannschaft geworfen werden. Sexshops gab es zwar schon, allerdings nur in den großen Städten und ich wohnte auf dem Lande. Als ich dann, ich war 14 oder 15, in einer Großstadt zu Besuch war, sah ich erstmals einen Sexshop, der zu jener Zeit „Fachgeschäft für Ehehygiene" hieß. Ich schlich mich immer wieder am Schaufenster vorbei; davor ...
    ... stehen zu bleiben und ungeniert die Auslage zu betrachten, war unvorstellbar. Da sah ich aus den Augenwinkeln heraus erstmals mit „Reizwäsche" bekleidete Schaufensterpuppen und fleischfarbene Hartplastikvibratoren mit vertikaler Riffelung, die zwar eher an einen abgeschnittenen und zurechtgeschnitzten Besenstil erinnerten als an einen echten Schwanz. Das war wohl so gewollt. Der Vibrator hieß Massagestab und auf den Packungen waren Frauen abgebildet, die sich damit die Schultern (!) massierten.
    
    Während des Studiums war dann die sexuelle Revolution in vollem Gange, es gab Peepshows, und das Alter zum Betreten von Sexshops hatte ich mittlerweile auch erreicht. Beides nutzte ich aber nicht, denn es war äußerst uncool die sexuelle Ausbeutung der Frau durch den Besuch dieser Etablissements zu fördern. In der Wohngemeinschaft, in der ich damals hauste, hatten wir sogar die „Emma" abonniert. Natürlich führte mich meine Geilheit dann doch das eine oder andere Mal in einen Sexshop, wo ich diverse bunte Heftchen kaufte, die ich dann hausdurchsuchungssicher in meinem Zimmer versteckte und immer wieder hervorkramte, um mir einen vergnüglichen Abend zu bereiten. Da sah ich dann Brüste, Muschis, Ärsche, Schwänze -- solo und in Aktion --, Oralsex, Gruppensex und Analsex. Immer wieder explodierende Schwänze und Sperma auf Titten, Gesicht und Mund und natürlich die Monsterschwänze der Protagonisten, die allesamt gefühlt doppelt so lang und doppelt zu dick wie mein eigener Schwanz waren. ...
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