1. Un regard en arrière - Zurückblicken Kap. 04


    Datum: 09.11.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bydarkman43

    ... und sehe mir noch an, wie Sie vorgehen wollen, aber der Spezialist sind Sie." Hektisch verließ Gebauer den Raum, ohne sich zu verabschieden. Julia hatte er die ganze Zeit über ignoriert.
    
    „Das war der leitende Oberarzt unserer Wiederherstellungs-Chirurgie." erklärte der Senior. „Vielleicht gehen wir einfach mit und sehen uns das an. Sie haben ja auch Erfahrung in der Handchirurgie. Ein französischer Tennisspieler hatte mit einem fremden Hund gespielt und der hat derbe Zugebissen. Die Kollegen in Paris haben ihn operiert, aber er hat in den Fingern 3-5 kein Gefühl. Das ist natürlich für sein Spiel eine Katastrophe und er hofft, das wir das korrigieren können. Er war bereits in Frankreich bei Kollegen, die haben aber abgewunken und keine Möglichkeit gesehen. Gebauer war anderer Meinung und ich hoffe das klappt auch."
    
    Zu Dritt gingen sie in den Vorbereitungsraum des zweites OPs. Dr. Gebauer erwartete sie bereits, war aber doch irritiert, als dem Chefarzt auch der Senior und eine fremde Frau folgten. Röntgenbilder und MRT Aufnahmen lagen bereit. Erst stockend, dann immer flüssiger erklärte er seinen geplanten Eingriff. Sorokin junior stellte ein paar Fragen.
    
    Julia sah die Sache im Vergleich zu diesem Arzt aber anders. Sie überlegte ob sie etwas zur Diskussion beisteuern sollte. Ungern wollte sie ich als Besserwisserin aufspielen, zumal Gebauer deutlich älter war und wohl auch über mehr Erfahrung verfügte. Vorsichtig tastete sie sich heran.
    
    „Ich möchte mich da ja ...
    ... nicht einmischen, aber es gibt in dieser Operation ein paar Risiken. Haben Sie schon einmal von der Kleinschmidt-Methode gehört? Die würde ich hier doch schonender für den Patienten und vielleicht sogar Erfolg versprechender einschätzen."
    
    Gebauer sah sie böse an. „Junge Frau -- wahrscheinlich studieren sie gerade mal ein paar Semester. Sicher lese ich auch Fachpublikationen. Professor Kleinschmidt lehrt in Münster und ist mir ein Begriff. Wenn ich recht informiert bin, dann ist dieses Verfahren in der Erprobung und er hat es ein paar Mal erst probiert. Mit den Details habe ich mich nicht befasst, weil ich so etwas erst nach ausreichender Forschung und der Expertise von weiteren Ärzten überhaupt in Erwägung ziehen würde."
    
    Serge Sorokin schaltete sich ein. „Frau Doktor Meier können Sie uns die Methode kurz erläutern und woher wissen Sie davon?" Julia startete mit der Erklärung der Methode bei der diese Operation nicht mit einem großen Schnitt sondern mit der sogenannten Schlüssellochtechnik ausgeführt würde. Der Patient benötigte keine Vollnarkose, sondern könnte mit einer örtlichen Betäubung wach bleiben. Durch die Technik wären die Wege zu den Nerven, die bearbeitet werden sollen kürzer und die Gefahr weitere Nervenbahnen zu verletzen geringer. Sie schloss an Gebauer gewand „Professor Kleinschmidt hat das Verfahren bereits vor drei Jahren entwickelt. Es wird schon in verschiedenen Fachkliniken angewandt. Allein in Münster haben wir etwa 350 dieser Eingriffe vorgenommen. ...
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