1. Die Diebin - 04


    Datum: 14.11.2021, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byAlexSandra

    Das Unwetter hatte enormen Schaden angerichtet. Nachdem gegen Mittag im Sommercamp der Rettungsschwimmer alle Kinder abgeholt waren, zog bereits unheilvolle Bewölkung auf. 36°C, eine Luftfeuchtigkeit von über 90% und kein Lüftchen ließen alle Betreuer und Helfer des Camps schwitzen und stöhnen. Alle hatten sich auf das Abschlussfest gefreut. Doch daraus wurde gar nichts.
    
    Viktor starrte fassungslos über den Zeltplatz und spürte noch einmal die Schrecken des vergangenen Spätnachmittags. Besser gesagt schaute er über das, was vom Zeltplatz übrig war. Weggefegte Sitzgarnituren, vom Hagel zerschlagene Zeltplanen, verbogene Zeltgestänge und jede Menge Matsch und Geäst. Selbst die stabilen Sanitärwagen hatten Beulen vom Hagel, am kleinen angrenzenden Haus hatte der Orkan Fensterscheiben zerdrückt.
    
    Immerhin konnte er mit einem uralten Ersatzhandy vom Verein telefonieren. Sein eigenes war bei dem Versuch zu retten, was zu retten ist, am Vorabend förmlich ersoffen. Die große Hektik setzte ein, als gegen 16:30 Uhr der Wind aufkam. Innerhalb von Minuten flogen erste Zelte fort, es begann zu regnen, Blitze zuckten und der Donner war laut. Auf den Regen folgte ein Wolkenbruch. Der Himmel hatte sich bedrohlich verfinstert und das gelbliche Licht wurde durch dicke schwarze Wolken überdeckt. Im angrenzenden Wald hatte es Bäume entwurzelt, vereinzelt standen auch Stämme ohne Baumkrone, abgeknickt auf etwa 4m Höhe. Die Schneise im Wald setzte sich fort Richtung Zeltplatz. Viele sprachen ...
    ... von einem Wirbelsturm. Mitten in Deutschland! Viktor musste viel regeln.
    
    Einige Kilometer entfernt saß Saskia auf ihrem Bett und sendete wieder eine Nachricht an Viktor. 23 Versuche hatte sie seit dem Morgen unternommen. Sie konnte ja verstehen, dass er beschäftigt war, aber konnte er nicht wenigstens eine Nachricht schicken, dass es ihm gut ging? Sie machte sich Sorgen um ihn.
    
    Und er?
    
    Ignorierte sie.
    
    Ihr stiegen die Tränen hoch.
    
    Dabei hatte er doch eigentlich mit ihr reden wollen, „wie es weiter geht". Alles nur hohles Geschwätz? Wieso ließ er sie mit dem Gedanken plötzlich allein, dass ihre Affäre mehr war als das? Er hatte sie geküsst, sich für die Liebesnächte mit ihr bedankt. Sie hatten doch beide Freude daran.
    
    Und nun?
    
    Nichts kam mehr!
    
    Nicht mal ein kurzes Hallo!
    
    Sie wurde wütend und wieder stiegen ihr die Tränen nach oben. Er hatte es doch genossen, wenn sie Sex hatten. Je wütender sie wurde, desto mehr steigerte sie sich in die Situation hinein. Wenn sie an Viktor dachte wurde es ihr eigentlich warm ums Herz. Sie war seine kleine Diebin; hatte ihm seinen Verstand und auch seinen Anstand geraubt.
    
    Und er?
    
    Verletzte einfach ihr kleines Herz.
    
    Unverschämt.
    
    Sie wollte seines nur für sich haben.
    
    Ganz.
    
    Er wollte es doch auch, oder liebte er doch nur seine Frau mit dem komischen Namen Eni und nahm sie, Saskia, als Gelegenheit so ganz nebenbei mit? Die Gedanken kreisten und kreisten. Irgendwann schlief sie wieder ein.
    
    So ging das ...
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