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Das Haus in den Bergen
Datum: 27.12.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySavoringTraveler
... oder irgendwie Hilfe bekommen. -- Manfred Ehrhardt bindet sich seine Schürze um. Allmählich wird es Zeit, das Abendessen vorzubereiten und er achtet peinlich darauf, seine Kleidung nicht zu verschmutzen. Vor drei Jahren als der Witwer in Ruhestand ging hat er sich ein neues Heim gesucht, er wollte raus aus der Stadt und diese alte Villa, die er hier quasi in den Bergen fand, hat ihm von Anfang an gefallen. Das nächste Dorf ist 15 km entfernt und auf diese Nebenstraße verirrt sich kaum jemand, hier hat er wirklich die Ruhe, die er gesucht hat. Gut zwei Jahre hat er hier renoviert und umgebaut, und das herunter gekommene Haus in ein kleines Schmuckstück verwandelt. Alt ist es immer noch, aber gemütlich und nach seinen Wünschen eingerichtet. Die vielen Jahre als selbstständiger Psychologe haben ihm auch ein gutes Polster verschafft, auf Geld muss Herr Ehrhardt wirklich nicht sehr schauen. Und er braucht auch nicht viel. Lesen, wandern und kochen, das sind seine Lieblingsbeschäftigungen und dafür ist dieser Platz hervorragend geeignet. Er schaut aus dem Fenster, Nebel zieht auf. Er mag diese Novemberabende, er mag dieses Wetter. Komisch, dass es in diesem Jahr noch keinen Schnee gibt, aber für dieses Wochenende ist ja der Wintereinbruch angesagt. Er wendet sich wieder seiner Designerküche zu, die Tomatensauce köchelt vor sich hin, allmählich kann er die Pasta ins Wasser geben und den Rotwein aufmachen. Die Türglocke schreckt ihn auf. Wer kann das sein? Am ...
... Freitagabend, hier draußen? -- Thomas schaut auf seine Uhr. Es ist schon 19 Uhr, komisch, dass sich Sabine nicht bei ihm gemeldet hat. Wahrscheinlich hat sie gleich irgendwelche alten Freundinnen getroffen und angefangen über alte Zeiten zu quatschen. Ach ja, sie sagte ja, das Klassentreffen sei auf irgendeiner Hütte in den Bergen. Na, dann wird sie sich ja wohl vor Sonntagabend gar nicht mehr bei mir melden. Er geht zum Kühlschrank, holt sich ein kaltes Bier, greift ins Küchenregal zu den Chips und schaltet den Fernseher an. Dann mach ich es mir heute mal mit Bier und Chips vor der Glotze gemütlich, denkt er sich und lässt sich in den Fernsehsessel fallen. -- Sabine drückt den Klingelknopf und wartet. Es dauert, sie hört Geräusche von innen, dann dreht sich der Schlüssel und das Schloss spring auf. „Ja bitte?" fragt Herr Ehrhardt. Er mustert Sabine, eine alte Berufskrankheit. Sie mochte so um die 30 sein, schätzte er. Mittellange dunkle Haare, rundes Gesicht und eine kleine runde Brille. So etwa 1 Meter 70 schätzt er, eher etwas weniger und wohl um die 85-90 Kilo, sieht gut gepolstert aus. Er lächelt. Die braunen Augen gefallen ihm, und ihre rosa Wangen. Sie hat Make-up aufgetragen, Lippenstift, aber er ist sich sicher, die Wangen sind auch ohne Makeup leicht rosa, er mag diesen Typ Frau. Und sie trägt ein Kostüm, so als ob sie gerade aus dem Büro kommt, knielanger Rock, Seidenstrümpfe und Pumps. „Entschuldigen sie die Störung" stammelt Sabine. „Ich habe ...