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Eine Pflanze mit Pfiff Kapitel 02
Datum: 30.12.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... von Tannennadeln nicht entdecken, dafür aber von fruchtigen Orangen. Um dies zu überprüfen, hatte sie ziemlich schnell nach dem zweiten Blatt gegriffen und kaute jetzt prüfend auf diesem herum. Dabei machte sie ein so seltsames Gesicht, das ich lachen musste. Es sah aber auch zum Schießen aus, wenn ihre Augen dabei von einer Seite auf die andere gingen, während ihre Lippen und Mundwinkel in die entgegengesetzte Richtung wanderten. Weil ich so lachte, sah sie mich dann auf einmal an und wollte wohl sehen, warum ich so erheitert war. Doch mein Lachen war so ansteckend, dass sie ebenfalls damit anfing, ohne eine Antwort auf ihren fragenden Blick zu bekommen. An ein ernstes Gespräch war nicht mehr zu denken, denn egal womit einer von uns anfangen wollte, kaum war ein Wort über unsere Lippen gekommen, begann wir wieder zu kichern. Viel alberner konnten wir jedenfalls nicht mehr werden. Obwohl es mir schwerfiel, schaffte ich es darüber ein wenig nachzudenken und mir wurde auf einmal bewusst, dass ich etwas Ähnliches schon einmal erlebt hatte. Als ich noch richtig jung gewesen war, hatte man mit vielem experimentiert. So nicht nur mit Alkohol, sondern auch mit leichten Drogen. Wenn ich genau darüber nachdachte, waren die Erscheinungen ähnlich, wenn man sich einen Joint reingepfiffen hatte. Dann kam einem manchmal auch alles so lustig vor, egal was. Ähnlich war es hier und jetzt. Die ganze Welt schien nur noch aus Spaß zu bestehen und man fühlte sich leicht und ohne ...
... irgendwelche Sorgen. Die waren verschwunden, oder zumindest in den Hintergrund getreten. Ein Gefühl von Freiheit überkam uns und wir sahen alles durch eine rosa Brille. Aber nicht nur das, wir wurden auch noch übermütig. Ich sprang auf und ging vergnügt zu der Stereoanlage und schob eine Scheibe in den CD Player, wobei es vollkommen egal war, welche Musik sich darauf befand. Dann drehte ich mich um und grinste Nadja breit an. „Darf ich bitten!", sagte ich zu ihr und verbeugte ich übertrieben tief in ihre Richtung. Sie begann daraufhin wieder zu kichern, stand aber auf und kam auf mich leicht wankend zu. Während sie den Tisch umrundete, griff sie sich aber noch zwei der Blätter und brachte diese mit. Als sie dann bei mir ankam, stand sie einen Moment zwischen meinen ausgebreiteten Armen und sagte nur mit einem befehlenden Ton: „Mund auf!" Sofort öffnete ich diesen und sie schob mir ein weiteres Blatt hinein, während sie sich selber auch noch eines gönnte. Auf den Blättern kauend umschlangen wir uns daraufhin mit unseren Armen und begannen uns nach dem Takt der Musik langsam zu wiegen. Es war für mich der Himmel auf Erden. Hatte ich Nadja zuvor eigentlich nur berührt, wenn wir uns zur Begrüßung oder Verabschiedung die Hände gaben. Zu mehr war es niemals gekommen. Doch jetzt hielten wir uns beide umklammert und konnten den Körper des anderen spüren. Fest drückte sich Nadja an mich und ich kam ihr dabei entgegen. Das erste was mir dabei bewusst wurde war die ...