1. Der Schmied aus Intal Kapitel 35 bis Ende


    Datum: 19.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... werden.
    
    Was dann allerdings vorgefallen war, konnte niemand sagen. Tagelang hatte Rea nichts mehr von ihnen gehört, was nicht ungewöhnlich war, da sie nur von anderen Leuten Nachrichten bekam, die Kontakt zu den beiden hatten. Es waren nicht viele, eigentlich nur der Bader, der wöchentlich von ihren Fortschritten berichtete, wenn es welche gab.
    
    Nachdem sie zwei Wochen nichts von ihm gehört hatten, machten sie sich Sorgen. Rea und Rikan machten sich auf den Weg, um nachzuschauen.
    
    Die Tür war verschlossen, und da keiner aufmachte, die Fenster verschlossen waren, trat Rikan die Tür ein. Die Zwillinge gingen nie aus dem Haus, daher mussten sie da sein.
    
    Als sie das Haus betraten, lag die Leiche des Baders im Wohnraum. Oder zumindest das, was er einmal gewesen war. Sein Körper war zerstückelt und nicht wiederzuerkennen. Sonst hatte niemand Zutritt zu dem Haus, also musste er es sein. Von den Zwillingen fehlte jede Spur. Rea blieb erschrocken stehen und kämpfte mit ihrer Angst. Rikan, an solchen Anblick gewöhnt blieb äußerlich ruhig und begann das Haus zu durchsuchen. Er musste nicht lange suchen, um die beiden zu finden.
    
    Sie hingen nebeneinander auf dem Boden am Dachbalken. Eine umgekippte Holzbank lag unter ihnen. Sie mussten zusammen darauf gestanden haben, als sie diese gemeinsam umstießen.
    
    Selbst für Rikan war es ein scheußlicher Anblick, sie mussten lange gekämpft haben, bis sie erstickten. Kratzer an den Armen und Oberkörpern der beiden zeugten davon, dass ...
    ... sie sich im Todeskampf gegenseitig verletzt hatten.
    
    Sie hatten sich in ihren Nachthemden aufgehängt, also musste man davon ausgehen, dass es am Abend oder in der Nacht geschehen war. Und wer hatte zu dem Zeitpunkt Zugang zu dem Haus oder hielt sich dort auf? Es kam nur einer infrage. Der Bader.
    
    Hatte er in der Nacht versucht sich ihnen zu nähern, obwohl er wusste, dass es schlimm enden konnte? Wir konnten es nicht mit absoluter Gewissheit sagen, doch alles sprach dafür. Warum hätten sie ihn sonst zerstückeln sollen. Und wenn es jemand anderes gewesen wäre, wie konnte er unbemerkt ins Haus kommen, wo doch alles verschlossen war. Und wenn doch, wie konnte er alles von innen verschließen, wenn er ging?
    
    Wir waren geschockt. Dass alles so ausgehen würde, wollten wir nicht glauben. Wir schüttelten die Köpfe und waren nicht in der Lage es zu verarbeiten. Alia fing sofort an zu weinen, Rea nahm sie in die Arme und presste selber einige Tränen aus den Augenwinkeln, obwohl sie keine mehr hatte. Zu viel hatte sie in den letzten Tagen durchmachen müssen.
    
    Ich konnte meine Tränen kaum zurückhalten, sie liefen langsam meine Wangen herunter.
    
    Die beiden waren bereits beerdigt worden, bis wir ankamen, konnten nicht gewartet werden. Alle vier gingen wir zu ihren beiden Gräbern und pflanzten ein Bäumchen darauf. Lange standen wir vor dem frischen Erdhügel und konnten es nicht richtig begreifen. Bilder aus den Tagen, als sie bei uns wohnten, gingen an meinen Augen vorbei und zeigten ...