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Der Kotzbrocken
Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... Sorgen, Felicitas, das wird schon werden. Nachdem Krankenhaus kommst du in die Rehaklinik, wo du für vier Wochen behandelt und umsorgt wirst. Massagen, Bäder, Untersuchungen, Gymnastik und viel Wassertherapie sorgen dafür, dass deine Tage kurz und nicht langweilig werden. Gutes Essen wird für dein leibliches Wohl sorgen und die ganzen Vorträge, an denen du teilnehmen darfst und musst, vertreiben jegliche Langeweile. Aber du hast auch genügend Freizeit. Und an den Wochenenden kommen die Mädels und ich dich besuchen." „He, das klingt ja fast wie Urlaub." Feli schaute Hans-Werner amüsiert an. „Und dann, was ist danach?" „Das liegt ganz bei dir", meinte er ernst. „Du kannst entweder wieder in deine Wohnung zurückkehren, die Miete ist für die nächsten drei Monate bezahlt, ich besorge dir eine besser bezahlte Arbeitsstelle, damit du gut über die Runden kommst, oder . . . ." Er zögerte und machte verlegen eine Pause. „Oder?" hakte Felicitas nach. „Oder du kannst mit deinen Kindern bei mir im Haus wohnen. Ich habe viel Platz, für mich alleine ist es viel zu groß und war auch so eigentlich nicht geplant." Hans-Werner verstummte, als die Erinnerungen wieder in ihm hoch kamen und zwei Tränen erschienen in seinen Augenwinkeln. Felicitas bemerkte seinen Zustand, warf alle Ressentiments über Bord. Sie richtete sich auf, legte ihren rechten Arm um ihn und zog ihn gegen ihre Brust. Sie bemerkte, wie ihr Nachthemd von seinen Tränen feucht wurde. Hans-Werner weinte und er ...
... weinte sich all seine Frustrationen von der Seele. Er wollte sich aufrichten, aber Felicitas hielt ihn weiter umklammert. „Entschuldige, dass ich mich so habe gehen lassen", meinte er schließlich. „Lieber so, als auf die alte Art und Weise", stellte sie fest. „Das wird nie wieder vorkommen, das verspreche ich dir. Ich glaube, ich habe dazu gelernt." „Du sagst ich dürfte nach der Reha bei dir wohnen, ist das ernst gemeint? Meine Kinder scheinen sich ja bei dir sehr wohl zu fühlen. Was hast du mit ihnen gemacht?" Hans-Werner richtete sich auf und schaute sie betroffen an. „Nichts, Felicitas, ich habe sie nur so behandelt, wie ich mit meiner eigenen Tochter umgegangen wäre, wenn ich die Gelegenheit dazu gehabt hätte. Deine Mädels sind so lieb und umgänglich, ich glaube die könnten mir auf der Nase herum tanzen und ich würde es hinnehmen." „Unterstehe dich, verwöhne sie nicht zu sehr. Aber sie mögen dich schon mehr als ihren Vater und das gibt mir sehr zu denken. Bei Laura verstehe ich es, sie war ja noch ein Baby, als Benjamin uns verlassen hat. Sie hat ihn nie richtig als Vater kennen gelernt. Und Fabi hat wenig gute Erfahrungen mit ihm gemacht. Scheinbar bist du mehr als nur ein Ersatz für sie. Ich möchte verstehen was es ist, was sie in dir sehen. Was meinst du dazu?" „Ich möchte dich auch viel besser kennen lernen, Felicitas. Und das nicht nur um dir zu zeigen, dass ich nicht nur eine dunkle und böse Seite habe. Du bist eine schöne und interessante ...