1. Der Kotzbrocken


    Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... Frau, der ich meine bessere Seite nahebringen möchte. Du gefällst mir und zwar nicht nur wegen deinen charakterlichen Eigenschaften, sondern auch die Frau macht mich neugierig."
    
    „Du sollst sie kennenlernen, mein Lieber. Hilf mir mal auf."
    
    „Du darfst noch nicht alleine aufstehen, Liebes."
    
    Hans-Werner schluckte, als er bemerkte, was ihm da heraus gerutscht war.
    
    Felicitas kicherte, als sie feststellte, dass ihm eine gesunde rote Gesichtsfarbe gut stand.
    
    „Nicht aufstehen, HaWe, nur die Rückenlehne höher stellen."
    
    Hans-Werner verdrehte in gespielter Verzweiflung die Augen, als er seinen Spitznamen aus Feli´s Mund vernahm. Er stellte die Rückenstütze höher und da er sich dabei vorbeugen musste, kam er ihrem Gesicht sehr nahe.
    
    Und dann verspürte er plötzlich ihre Lippen auf seinem Mund.
    
    Es war als wenn Blitz und Donner gleichzeitig bei ihm einschlugen und dann überrollte ein Tsunami längst vergessener Gefühle über ihn hinweg. Der zunächst nur zärtliche Kuss wurde fordernder und leidenschaftlicher.
    
    Plötzlich öffnete sich unverhofft die Türe des Krankenzimmers und Andrea, Fabienne und Laura sahen, wie Felicitas und Hans-Werner sich nahezu auffraßen.
    
    Die beiden hatten im Rausch ihrer neuen Gefühle gar nicht mitbekommen, dass sie nicht mehr alleine waren.
    
    "Huch!", sagte Fabienne, als sie die beiden eng umschlungen sah. "Ist was passiert?"
    
    Felicitas und Hans-Werner fuhren erschrocken auseinander. Verlegen blickten sie sich an und wußten im ersten ...
    ... Augenblick nicht was sie sagen sollten.
    
    Andrea´s Gesicht überfuhr ein verstehendes Lächeln.
    
    "Ich glaube eure Mama und mein Bruder sind auf dem besten Weg sich neu kennen zu lernen und zu verstehen. Ist doch schön, oder?"
    
    Laura sprang zu Hans-Werner, lies sich auf die Arme nehmen und drückte ihn. Dann krabbelte sie zu ihrer Mutter aufs Bett und lies ihr die gleiche Umarmung zukommen.
    
    Fabienne nahm die Hände der beiden Erwachsenen und ihre Frage "sind wir jetzt eine Familie?" erzeugte verlegenes Hüsteln und eine tiefrote Gesichtsfarbe bei Felicitas und Hans-Werner.
    
    Eine Antwort auf ihre Frage bekam sie natürlich nicht, denn soweit waren die beiden doch noch nicht. Sie waren eher überrascht von dem was eben passiert war und hatten es selbst noch nicht ganz begriffen.
    
    Aber Felicitas war am Ende der Besuchszeit zu der Überzeugung gekommen, dass ihre Mädchen bei Hans-Werner gut aufgehoben und versorgt waren. Sie hatte im Laufe der letzten Stunden gesehen, wie er mit Fabienne und Laura umging und wie sehr die beiden an ihm hingen.
    
    Und sie selbst hatte das Gefühl, von seinen starken Armen gehalten zu werden, sehr genossen. Ihre Lippen brannten und kribbelten immer noch von seinen Küssen und auch Hans-Werner war nicht unbeeindruckt von ihrer Zärtlichkeit geblieben.
    
    So hatten beide etwas, von dem sie in der Nacht träumen konnten.
    
    *
    
    Zwei Wochen später und ganz woanders.
    
    Kristiansand, Norwegen
    
    Mit vollgepackten Tüten und Taschen kam Benjamin Wagner vom ...
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