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Der Kotzbrocken
Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... meine Miete eingezahlt, aber ich habe ja auch sonst noch Verpflichtungen. Seit 4 Wochen habe ich keine Ahnung, was noch auf meinem Konto ist." Sie konnte gar nicht begreifen, warum Hans-Werner so ruhig und gelassen war. Na, der hatte ja keine Geldsorgen. „Keine Angst, Liebling", sagte er ruhig, „wenn du etwas benötigst und für die Reha brauchst du ja auch etwas Geld, dann bekommst du es von mir. Sieh es als kleine Wiedergutmachung, quasi als Schmerzensgeld und als eine Art Taschengeld." „Na du hast leicht reden, HaWe. Da „ER" nichts zahlt, komme ich gerade so über die Runden. Noch zahlt die Firma mir ja den Lohn, aber wenn es nur noch Krankengeld gibt, dann wird es eng." „Mach dir keine Sorgen, Feli. Für den Notfall bin ich auch noch da und du weißt, dass ich euch nicht im Stich lasse. Ich liebe dich und die Mädchen und werde alles tun, damit es euch auch wirklich gut geht." Felicitas atmete auf und schmiegte sich an Hans-Werner. So lagen die Vier noch eine gute halbe Stunde im Bett, schmusten miteinander und standen nur sehr ungerne auf. Hans-Werner hatte Felicitas seinen Gehstock gebracht. Der war vierteilig und für seine Körpermaße gemacht. Da aber Felicitas fast 40 cm kleiner war, hatte er einfach den untersten Teil abgetrennt und den Gummistopfen da aufgebracht. Er war aus eigener Erfahrung zu der Ansicht gekommen, dass sie die Krücken nicht mehr benötigte und lies sie eine halbe Stunde auf dem Grundstück herum marschieren. Die Mädchen schauten mit ...
... Begeisterung zu und feuerten ihre Mutter lautstark an. Danach ließ die sich kaputt auf den Küchenstuhl sinken und schaute Hans-Werner vorwurfsvoll an. „Du bist ein richtiger Sklaventreiber, HaWe", meinte sie, „ich bin schon jetzt erschöpft. Wie soll ich den ganzen Tag durchhalten?" „Gewöhne dich schon mal dran, mein Engel, in der Reha geht es noch etwas härter zu. Aber Bewegung am frühen Morgen macht Appetit. Also lass es dir schmecken." Felicitas sagte nichts mehr, griff ordentlich zu und lies es sich schmecken. * Nach dem Frühstück und dem Anziehen, was bei den beiden Erwachsenen etwas länger dauerte als bei den Kindern, da sie die Finger nicht voneinander lassen konnten, fuhren sie zuerst bei der Bank vorbei. Felicitas kam es etwas komisch vor, dass Hans-Werner schon seit dem Frühstück ein leichtes Grinsen im Gesicht hatte. Als sie ihm nach dem Grund dafür fragte, meinte der nur: „Ach nichts, ich habe halt nur gute Laune", was sie ihm aber nicht so ganz abnahm. Sie konnte ja nicht wissen, dass er gestern, noch bevor er sie aus der Klinik abgeholt hatte, einen Anruf erhalten hatte. * „Herr Harting? Leupold von Pinkerton hier. Die Sache mit Herrn Wagner hat sich voraussichtlich erledigt. Wir haben ihn gefunden und zwei unserer Mitarbeiter hatten ein längeres Gespräch mit ihm geführt. Wie sie es genau angestellt haben, wollten sie nicht preisgeben, aber sie versicherten mir, es wäre innerhalb der gesetzlichen Normen geblieben. Fazit ist, dass ...