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Der Kotzbrocken
Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... Begriffsvermögen. Langsam fand sie sich dann doch mit der Realität zurecht und als Hans-Werner ihr das Versprechen abnahm, nichts von der Begegnung in der Firma verlauten zu lasse, da meinte sie nur: „Sie wissen schon, wie schwer mir das fällt, Herr Harting. Ich habe sie eben ganz anders kennen gelernt als bisher und soll nichts davon sagen? Und keiner in der Firma weiß, wie es ihrer, äh, Frau geht und ich darf die gute Nachricht nicht verbreiten? Sie wissen schon, was sie mir da zumuten?" Hans-Werner und Herr Gerstner lachten. „Ist wohl nichts mit Extrablatt?" meinte Bruno, ihr Mann. „Es wäre mir sehr lieb, wenn sie noch eine Weile Stillschweigen bewahren könnten. Wir möchten nach Felicitas Reha gerne selbst bekannt geben, was Sache ist und allen Spekulationen und wilden Gerüchten aus dem Weg gehen." Frau Gerstner seufzte. „Nun gut, auch wenn es mir schwerfällt, aber ich werde schweigen wie ein Grab. Komm Bruno, sammeln wir unsere Kinder ein und fahren heim. Ich freue mich, wenn sie wieder in der Firma sind, Chef." „Ich werde ab und zu mal bei ihnen vorbei schauen, Frau Gerstner und das ist ein Versprechen." * Als sie abends nach Hause kamen, waren alle rechtschaffen müde und gingen auch bald zu Bett. Am Sonntag gingen sie nach dem Frühstück eine Stunde spazieren und danach begann Felicitas ihren Koffer und die große Reisetasche für den Reha-Aufenthalt zu packen. Hans-Werner wollte ihr dabei helfen, musste dann aber einsehen, dass eine Frau ...
... an diese Sache komplett anders heran ging, als er es als Mann machen würde. Felicitas schickte ihn mit den Kindern zum Schwimmen in den Pool, bevor er lästig werden konnte. Nach gut einer Stunde hatte sie alles zusammen und schaute auf der Liste noch einmal nach, ob sie auch nichts vergessen hatte. Dann ging sie zum Fenster und blickte sehnsüchtig zum Pool hinunter, wo ihr Liebster versuchte den Mädchen das Schwimmen beizubringen. Er sah sie am Fenster stehen und winkte ihr zu. „Auf geht´s Mädels, trinkt aus und dann legen wir uns noch etwas in die Sonne, bevor Mama zu uns kommt." „Äh, wie, trinkt aus? Mensch, Papa, wir können doch nicht das ganze Schwimmbecken leertrinken", rief Fabienne aufgebracht aus. Hans-Werner prustete vor Lachen. „So war das auch nicht gemeint, Fabi, das war doch nur ein Spaß." „Ach soooo!" Felicitas kam in einem hellblauen, einteiligen Badeanzug über die Terrasse in den Garten und Hans-Werner lief das Wasser im Mund zusammen, als er sie erblickte. Er stieß einen leisen anerkennenden Pfiff, mit dem er seine Begeisterung ausdrückte. Felicitas wechselte die Gesichtsfarbe vor Verlegenheit. Das letzte Mal, wo ihr ein Mann hinterher gepfiffen hatte, das war schon . . . , ach Gott, da war sie noch in der Schule gewesen. Sie ging zu Hans-Werner und legte ihr Arme um seinen Hals. „Meine Güte, was bist du wunderschön, mein Liebling, aber trotzdem darfst du noch nicht ins Wasser. Es ist noch zu früh", sagte er mit Bedauern ...