1. Der Kotzbrocken


    Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... in der Stimme.
    
    Laura und Fabienne stellten sich zu ihnen und machten große Augen.
    
    „Was hast du denn da an deinem Bein, Mama?"
    
    „Das ist die Narbe von der Operation. Da ist jetzt eine neue Hüfte drin, damit ich wieder richtig laufen kann. Aber schaut euch mal Papa genau an, fällt euch etwas auf?"
    
    Die beiden gingen um Hans-Werner herum, der eine halblange Short als Badehose trug. Ihnen fiel nichts besonderes auf, bis Fabienne auf die Idee kam, erst das rechte, dann das linke Hosenbein etwas hoch zu ziehen.
    
    „Hui, Papa hat ja auch so eine Narbe wie du, Mama. Wieso denn das?", fragte sie erstaunt.
    
    „Weil ich auch schon seit vielen Jahren eine künstliche Hüfte genau wie eure Mama habe."
    
    Dann musste den Kindern genau erzählen, wie das damals alles passiert war und warum sie bisher nichts davon gemerkt hatten.
    
    „Weil ich auch in Reha war und immer geübt habe. Dann merkt man nichts davon. Deshalb habe ich diesen Pool gewollt, weil man da immer Wassergymnastik machen kann. Und wenn Mama auch gut übt, wird man bei ihr auch nichts merken. So und nun genug geredet, ziehen wir uns an und dann gehen wir zur Feier des Tages zum Essen." „Matensoße!" rief Laura voller Begeisterung und alle lachten.
    
    „Nein, mein hungriger Wolf", sagte Hans-Werner, „heute gehen wir mal zum Chinesen. Ihr sollt ja auch mal was anderes probieren."
    
    Laura zog eine Schute und meinte leise: „Keine Matensoße?"
    
    Werner nahm sie in den Arm und drückte sie.
    
    „Wir werden schon etwas ...
    ... finden, was dir auch schmeckt, meine große Laura. Glaubst du mir das?"
    
    Laura sah ihn genau an und nickte ernsthaft.
    
    *
    
    Nach einem entspannten Mittagessen lagen sie alle faul in den Liegestühlen, um zu verdauen. Laura hatte sie doch wirklich alle überrascht, als sie sich beim Buffet gebratenen Reis, Ente und Knoblauchsauce ausgesucht hatte und sich von Hans-Werner, der in weiser Voraussicht ihr nur ein klein wenig auf den Teller getan hatte, doch noch einmal eine zweite Portion an ihren Platz bringen lies.
    
    Sie und Fabienne freuten sich riesig, als sie nach dem Nachtisch jede noch einen schön bemalten chinesischen Papierschirm von der Besitzerin des Restaurants geschenkt bekamen.
    
    Und nun lagen sie auf den Stühlen und ließen sich von ihren neuen Besitztümern Schatten spenden.
    
    Felicitas und Hans-Werner hatte ihre beiden Liegen zusammen geschoben, hielten sich an den Händen und wollten die paar gemeinsamen Stunden, die sie noch hatten, einfach nur miteinander genießen.
    
    In der Nacht, als die Kinder schon tief und fest schliefen, liebten sich die beiden, als wenn es das letzte Mal wäre, dass sie dazu die Gelegenheit haben würden. Zärtlichkeit und Leidenschaft, das Gefühl den Partner zu spüren, hielt sie lange wach und als sie doch endlich erschöpft einschliefen, war es schon lange nach Mitternacht.
    
    Beim Frühstück hatten die Erwachsenen recht kleine Augen und erst nach einer gemeinsamen Dusche waren sie so weit, dass sie Umgebung wieder mit wachen Augen ...
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