1. Der Kotzbrocken


    Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... ach , es tut mir so leid. Ich war ja so dumm und unsicher."
    
    Hans-Werner fasste ihr unter das Kinn und hob es so an, dass sie in seine Augen blickte.
    
    „Liebling, wenn du nichts auf der Welt hättest als deine Liebe zu mir und deine beiden Mädchen, dann wäre es immer noch mehr als genug für mich. Du hast gesehen und gespürt wie ich war. Was hat mir all mein Geld und der Reichtum den ich habe, genutzt? Die Menschen haben mich nicht gemocht, ja gehasst, ich hatte keine Freunde. Niemanden dem ich mich anvertrauen konnte, an dessen Schulter ich mich ausweinen und meine Sorgen abladen konnte. Alles was im Leben wirklich zählt kann man sich mit Geld nicht kaufen. Liebe, Gesundheit, Glück und Freundschaft. Geld erleichtert vieles, das stimmt, aber nur durch deine Liebe und dein Verständnis und die Liebe deiner Mädchen bin ich wieder zu einem Menschen geworden, der Freude am Leben hat."
    
    Er nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste sie zärtlich.
    
    „Also denke niemals daran, was du hast, sondern nur wer du bist. Und das kann ich dir sagen. Du bist die Frau, die ich so unendlich liebe, der ich rückhaltlos vertraue, mit der ich mein weiteres Leben verbringen möchte. Das sage ich jetzt zum dritten Mal und ich würde es auch immer wieder sagen. Du und deine Kinder habt mir mehr gegeben, als ich mir nach all den Jahren der Trauer und Verzweiflung hätte träumen lassen. Ihr habt mich zum glücklichsten Mann auf der Welt gemacht. Und mehr geht einfach nicht."
    
    Er küsste ihr die Tränen ...
    ... aus dem Gesicht.
    
    „Und nun Schluß mit dem Gerede. Wir sind hier weil wir uns freuen dich zu sehen, weil es dir immer besser geht und weil endlich unsere Familien beisammen sind."
    
    Erich umarmte seine Tochter und flüsterte ihr etwas ins Ohr, worauf sie strahlte wie eine Christbaumkugel.
    
    Als Hans-Werner wissen wollte, was sie so aufgeheitert hatte, schüttelte sie den Kopf.
    
    „Das sage ich dir ein anderes Mal, Liebster. Vorerst behalte ich es noch für mich."
    
    Er gab sich damit zufrieden.
    
    Fabienne und Laura sahen, dass es ihrer Mami wieder gut ging, lachten wieder und ließen sich von den Erwachsenen verwöhnen. Kleine Geschenke, Süßigkeiten und ab und zu mal ein Geldschein, der ihnen von den Omas und Opas mit den Worten „für das Sparschwein", heimlich zusteckt wurde.
    
    Das Wochenende wurde ein großer Erfolg. Familienbande und Freundschaften wurden geschlossen, Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht und Felicitas und Hans-Werner konnten noch einmal für eine Stunde traute Zweisamkeit genießen, während die anderen sich mit den Mädchen beschäftigten. Sie liebten sich diesmal ohne allzu große Leidenschaft, der Mittelpunkt ihrer Liebe war Zärtlichkeit, Sanftheit und Einfühlungsvermögen. Es ging tiefer als bisher, wo sie doch gedacht hatten, dass sie schon an der Grenze der Emotionen angelangt wären. Aber nun sahen sie ihr Verhältnis mit anderen Augen.
    
    *
    
    Endlich Freitag, der Abschlußtag von Felicitas Reha.
    
    Hans-Werner hatte die Mädchen mit dem Einverständnis der ...
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