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Der Kotzbrocken
Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... Zärtlichkeiten natürlich nicht so schnell ging. Die Mädchen wurden schon ungeduldig und Fabienne schaute zur Zimmertüre herein und wollte wissen, was ihre Eltern denn so lange da oben trieben. „Habt ihr denn nicht genug zu essen gekriegt, dass ihr schon wieder an euch rum knabbern müsst?", fragte sie mit strenger Miene und stemmte die Hände in die Hüften. Das war ein so drolliges Bild, dass Felicitas und Hans-Werner laut auflachten. „Wart es einmal ab, bis du alt genug bist, meine strenge Tochter, dann wirst du merken, dass das, was wir machen und was du Rumknabbern nennst, schöner ist als jedes Eis schlecken und besser schmeckt als die feinste Schokolade." „Pah!", meinte Fabienne schnippisch, „ein Bonbon ist mir da schon lieber", und weg war sie. „Das ist schön", meinte Felicitas und atmete erleichtert auf, „mir reicht es, wenn sie in acht bis zehn Jahren mit ihrem ersten Freund ankommt." „Gut, dass wir bis dahin noch Zeit haben und uns vorbereiten können", gab ihr Hans-Werner recht. Gehen wir runter zu den Mädchen." Felicitas nahm eine große Papiertüte aus ihrer Tasche und klemmte sie sich unter den Arm. Hans-Werner holte eine flache Schachtel aus seiner Nachttischschublade, bot seiner Holden lächelnd seinen Arm an. Dann gingen sie hinunter zu den wartenden Kindern. * „Mami, was hast du da in der Tasche?", wollte eine neugierige Fabienne wissen. „Dann kommt mal her, ihr zwei. Weil ihr so lieb und brav wart, als ich nicht da war und Papa ...
... auch fleißig geholfen habt, habe ich euch etwas mitgebracht. Das hier ist für dich, Laura." Sie nahm eine größere Schachtel und gab sie Laura. So schön das Päckchen auch eingepackt war, das Geschenkpapier wurde erbarmungslos zerfetzt und ein lauter Schrei der Freude klang auf. Laura umarmte ihre Mama und gab ihr einen lauten Schmatzer, hatte Felicitas ihr eine wunderschöne Puppe zum Spielen geschenkt. Sie drückte ihren neuen Liebling, der die Augen auf und zu machen konnte und „Mama" sagen konnte, fest an sich und war ab da mit ihr beschäftigt. Dann war Fabi an der Reihe. Als sie den Schminkkoffer sah, flippte sie fast aus vor Freude. „Bin im Zimmer", rief sie und vergaß vor lauter Begeisterung sich bei ihrer Mutter zu bedanken. „Wie hast du gemeint? Der erste Freund in 8 bis 10 Jahren?", spöttelte Hans-Werner, „und dann besorgst du ihr auch noch Brandbeschleuniger? Mutig, mutig." „Frechdachs, komm mal her zu mir", sagte sie in strengem Ton. Folgsam wie ein kleiner Junge, der etwas angestellt hatte, ging er zu ihr und versuchte ernst und schuldbewußt drein zu schauen, aber als er ihr in die Augen blickte, wurde sein Blick liebevoll. Sollte sie ihn ruhig tadeln, er würde sie immer nur liebhaben. Sie nahm eine kleine Schachtel aus ihrer Tasche und gab sie ihm. „Von den Kindern und von mir", sagte sie ein wenig verlegen und schüchtern, „damit du uns immer bei dir hast und damit du siehst, was du uns bedeutest." Hans-Werner hatte fast ein wenig Angst, die ...