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Der Kotzbrocken
Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... Spitznamen, den ihm seine Schwester schon als kleines Mädchen gegeben hatte, mochte er nicht so besonders. Andrea wußte das natürlich und grinste Hans-Werner frech an. "So, nun bring die Kleinen ins Bett, sie fallen ja schon vor Müdigkeit um." Hans-Werner nahm Laura, die schon tief schlief auf seinen Arm und Fabienne an die Hand. Dann ging er auf den Ausgang der Klinik zu. Andrea blickte ihnen nach. Das schaute gar nicht so schlecht aus, wie sich ihr großer Bruder trotz mangelnder Erfahrung mit Kindern da anstellte. Stand ihm gut. Andrea schüttelte den Kopf. Was hatte sie nur für seltsame Gedanken? Morgen gab es mit Frau Wagner und den anderen Patienten genug zu tun. Sie ging zurück auf ihre Station. * Hans-Werner war froh, dass die Kinder schon schliefen, als er zuhause ankam und nicht sein verwildertes Grundstück und den Garten sahen. Morgen würde er veranlassen, dass das geändert wurde. Er fuhr gleich in die Garage, nahm Laura wieder auf den Arm, Fabienne an die Hand und und ging durch eine Verbindungstüre gleich ins Haus. Er brachte die Mädchen ins Bad, zog Laura die Jeans und das Shirt aus und machte mit einem Waschlappen eine Katzenwäsche bei ihr, was schwachen Protest hervor rief. Fabienne konnte das schon von ganz alleine und danach brachte er die Mädchen in sein Schlafzimmer. Er holte ein zweites Kissen und die dazu gehörige Decke hervor, bezog sie und dann deckte er die beiden zu und wünschte ihnen eine Gute Nacht. Laura war gleich wieder ...
... eingeschlafen, aber Fabienne gab ihm zu seiner Überraschung einen kleinen Gutenachtkuss auf die Wange. "Danke, Onkel Hans, dass wir bei dir bleiben dürfen. Schlaf du auch gut." "Bestimmt Fabi, schlaf gut und morgen sehen wir weiter. Wir gehen einkaufen, denn ihr braucht doch einige Sachen. Gute Nacht und träum was Schönes." Hans-Werner holte sich eine leichte Decke und ein Kopfkissen aus einer Truhe und machte sich sein Bett im Wohnzimmer auf dem Sofa. Er brauchte lange bis er seine Gedanken geordnet hatte und Schlaf fand. * Er wachte auf, als er ein leises Weinen und tapsende Schritte auf dem Parkettboden vernahm. Im Halbdunkel sah er schemenhaft Laura umher irren. Er stand auf, ging zu ihr hin und nahm sie in die Arme. "Was ist los, mein Engel, schon wach?" fragte er. Laura schnüffelte und zog die Nase hoch. "Kann nicht schlafen, Onkel Hans. Hab Angst so alleine." "Willst du dich zu mir herlegen? Dann bist du nicht mehr alleine." Laura nickte und legte sich zu Hans-Werner auf die Couch. Sie kroch in seinen Arm und eine Minute später schlief sie wieder tief und fest. Knapp eine Stunde später wurde es dann so richtig eng, als der zweite Schlafgast in Form von Fabienne ebenfalls einen Schlafplatz an Hans-Werners Seite einforderte. * Als er aufwachte kam sich Hans-Werner wie ein Hotdog vor; gut eingeklemmt von beiden Seiten. Er stand vorsichtig auf ohne die Mädchen zu wecken und deckte in der großen Essküche den Tisch für das Frühstück. Dann ...