-
Polyamorie 02
Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat
... „Sondern, für eure Herzenswärme und das Willkommen. Danke Lisa! Dank euch allen. Das kann ich jetzt echt gebrauchen!" Sie beugte sich zu Lena, gab ihr einen Kuss auf dem Mund und mir einen auf die Wange. Unschlüssig blickte sie Lisa an. In ihrem Zögern erahnte ich, Yasmin fragte sich, ob sie ihr auch einen Kuss geben konnte. Da ergriff Lisa mit beiden Händen Yasis Kopf und küsste sie direkt auf den Mund. „Bitte, gern' geschehen", antwortete sie kurz. Yasi drehte sich verwundert zu mir. Ich zuckte mit den Schultern: „So ist Lisa nun mal: herzlich und direkt." Mein Engel betrachtete Yasi eingehender. „Was ist los?", fragte ich. „Oh, nichts weiter. Ich bewundere nur ihre Ohrringe." Sie drehte Yasis Kopf herum, um einen besseren Blick darauf zu werfen. Mir fielen ihre zwei Stecker und einen Hänger mit einem goldenen Kätzchen auf jeder Seite in dem Augenblick zum ersten Mal auf. „Hast du die alle gleichzeitig stechen lassen?", wollte sie wissen. „Nein, immer nur einen nach dem anderen." Verwundert über die Frage schüttelte Yasi den Kopf. „Also, auf beiden Seiten allerdings. Nicht wirklich einzeln." Lisa und Yasi grinsten sich an. Sie verstanden sich. „Hat das Stechen nicht wehgetan?", fragte Lisa weiter. „Nicht sehr. Als mein Onkel mir ein Loch gestochen hat, tat es mehr weh." „Welches hat er gemacht?", hakte mein Engel nach und schaute weiter auf die Ohrringe. Yasi zog den Kopf auf die Brust und deutete mit dem Kinn auf ihr Becken. „Du hast noch ...
... eines? Wo, am Bauchnabel?" Ich ahnte, was Yasi meinte. „Nein, tiefer. Als er mich entjungfert hat. Das tat höllisch weh." Lisa sog erschrocken die Luft ein, dann sah sie von mir zu Lena. Die nickte, um Yasis Antwort zu bestätigen. „Du wurdest von deinem Onkel ...?" „Jep, im Türkeiurlaub. Lange Geschichte. Ich rede nicht gern darüber", würgte Yasi sie ab. „Dann haben wir ja was gemeinsam", versuchte Lisa Yasis Erklärung zu überspielen. „Mich hat Papa entjungfert ..." Yasi schaute sie mit verzogenem Mundwinkel an. „Ich denke, das ist nicht ganz das Gleiche. Ihr seid keine Blutsverwandten, wenn ich mich recht entsinne." „Aber ich bin immerhin adoptiert. Und wir lieben uns", stellte Lisa klar. „Stimmt, das zählt auch", gähnte Yasi. „Entschuldige, aber ich bin so müde." Sie lehnte sich wieder gegen meine Brust und ließ sich von mir wärmen. Lena hörte noch immer ihre Mailbox ab, als Lisa zur Abwechslung mal wieder weihnachtliche Musik einschaltete. Nach einer Weile bemerkte ich, Yasi war in meinen Armen eingeschlafen. Offensichtlich hatte sie die anstrengende Reise sehr erschöpft. Auch der Streit mit ihren Eltern musste ihr emotional zugesetzt haben. Sie wirkte regelrecht erschlagen. Unter der Decke fühlte ich ihre nasse Hose und schlug vor, Lena sollte in Yasis Gepäck nach trockenen und bequemen Sachen schauen. Sie rollte den Koffer aus dem Flur ins Wohnzimmer und öffnete ihn. Zuerst beförderte Lena einen abgeknuddelten Teddybären mit einzelnen ...