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Polyamorie 02
Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat
... hier bist, Yasi. Noch dazu vor Weihnachten, das macht es noch perfekter." Vor Freude summte sie das Lied mit. „Mit dem Lied ist es echt behaglich, da fühlt man sich gleich besser. Du kennst mich zu gut, Lena." „Klar kenn ich dich. Nach all den Jahren sollte man das meinen", lächelte sie ihr zu. „Aber warum bist du so überraschend zu uns gekommen, warum hast du vorher nicht angerufen? Wir hätten dich vom Bahnhof abgeholt. Dann hättest du mit dem Koffer nicht durch den Schnee und die Kälte stapfen müssen." Meinen Arm umklammert und an mich geschmiegt wie ein Kätzchen, antwortete sie: „Ich habe angerufen, mehrmals. Immer wieder sprang nur deine Mailbox an. Ich war so verzweifelt. Ich hatte ja nur deine Handy-Nummer, Lena. Hätte ja sein können, dass du inzwischen ein Neues hast oder nicht rangehst, weil ich damals auch nicht mehr rangegangen bin. Eure Festnetznummer war nicht rauszukriegen, nur die Adresse." Sie streckte sich zu mir für einen Kuss. Yasi zu spüren, kam mir vertraut vor. Ihre weichen Lippen öffneten sich, sie schob die Zunge leicht heraus. Liebevoll nahm ich ihr Gesicht in beide Hände und erwiderte den sinnlichen Kuss. „Gott sei Dank seid ihr Zuhause. Ich wüsste wirklich nicht, wohin ich sonst sollte. Ich musste dich sehen", atmete Yasi erleichtert auf. „Ich freue mich auch, dass du hier bist." Ich konnte nicht anders und drückte sie an mich. Plötzlich sprang Lena auf und lief nach oben. Kurz darauf kam sie mit ihrem Smartphone in der Hand wieder ...
... herunter. Es hing den ganzen Tag unbeachtet in Lisas Zimmer am Ladekabel, während wir unten im Bett herumtollten. In der Zwischenzeit waren bei ihr 23 Anrufe von Yasi eingegangen. Bevor Lena alle abgehört hatte, fragte Yasi mich erneut: „Darf ich bei euch bleiben? Ich hatte mit meiner Familie den Streit des Jahrhunderts. Ich konnte nicht länger bei ihnen bleiben. Ich musste da weg. Ich bin in den nächsten Zug hierher gestiegen und habe gehofft. Bitte darf ich? Ich weiß sonst nicht, wohin ich gehen kann. Außerdem-" Sie verstummte abrupt, als wollte sie noch etwas Wichtiges sagen, traute sich aber nicht. Yasi schaute mich wie ein trauriges Kätzchen an, das man einfach nach Hause mitnehmen musste. „Natürlich darfst du bei uns bleiben", meldete sich Lisa noch vor mir zu Worte. „Nachdem du auch von Papa gebumst wurdest, wie Lena mir erst jetzt verraten hat!" Sie warf ihrer Cousine einen strafenden Blick zu. „Gehörst du ja praktisch schon zur Familie. Und unsere Familie hält zusammen. Egal, worum es in deinem Streit ging, du brauchst es uns nicht verraten, wenn du nicht willst. Aber du bist hier jedenfalls Willkommen, Yasi!" Schöner hätte ich es nicht formulieren können. Stolz winkte ich Lisa heran. Sie setzte sich auf meinen rechten Oberschenkel und rückte ihre Mütze zurecht. Ich spitzte die Lippen und gab meinem Engel-Elfen-Wichtel einen Kuss. Yasi seufzte anhaltend und stieß erleichtert die Luft aus. „Danke! Nicht nur für den Chai und die Decke." Dabei sah Yasi mich an. ...