1. Polyamorie 02


    Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... Seil ist gleich ab. Papa macht das schon."
    
    Inzwischen war ich fast fertig, nur noch den Startknoten lösen und Lena war „FREI!"
    
    „Lisa! Lisa, guck! Mir geht's gut. Alles okay!" Lena drehte sich zu Lisa und krabbelte wackelig zu ihr.
    
    „Du hast keinen Fehler gemacht. Du warst toll. Lisa, bitte hör auf zu weinen. Es ist alles gut."
    
    Ich zog das Seil vom Bett und setzte mich zu meinem Engel. „Wie meintest du das mit: ‚Du hast WIEDER alles falsch gemacht'?", fragte ich.
    
    „Lisa gibt sich selber die Schuld an all den Fehlern, die wir gemacht haben. Das ist Blödsinn!", antwortete Lena und schüttelte die heulende Lisa an den Armen.
    
    „Du bist an gar nichts Schuld. Schon gar nicht allein. Wir haben das alle zusammen gemacht. Lisa hörst du mich", rief ich streng.
    
    „UND MAMA? SIE IST MEINETWEGEN TOT!", schrie sie mit hochrotem Kopf.
    
    Irritiert zuckte ich zurück. Ich verstand nicht, was sie meinte.
    
    „Deine Mutter hatte einen Unfall, da konntest du doch gar nichts dran ändern. Wie kommst du darauf?", erklärte ich, mehr mir als Lisa.
    
    „ICH WOLLTE, DASS SIE NIE WIEDERKOMMT!", keifte sie, verschluckte sich, hustete und heulte gleichzeitig. Rotz und Tränen liefen über ihr Gesicht.
    
    „Was soll das jetzt wieder? Lisa du redest Unsinn. Komm zu dir!", schrie ich zurück. „Lena, weißt du, wovon sie redet?"
    
    „Nun, lass sie doch", mischte sich Yasi ein.
    
    „Ich weiß, was sie meint", fing Lena leise an. „Lisa, ich erzähl es jetzt."
    
    „NEIN!!! NEI-I-I-N!!!" Sie warf sich mit dem ...
    ... Gesicht aufs Bett. Trotzig hielt sie sich die Ohren zu.
    
    „Doch Lisa, es muss sein!" Lena drehte sich zu mir. „Lisa hatte sich am Abend vor dem Unfall gewünscht, dass Tante Sonja nicht mehr zurückkommt. Dann --"
    
    Es klang so wirr, aber ich wollte nun alles wissen: „Was ‚Dann'? Lena, nun red' schon!"
    
    „Dann würde sie dich für sich alleine haben", gestand Lena.
    
    „NEIN, so war das nicht", protestierte Lisa und hob den Kopf. „Wir würden dich für UNS haben! So hatten wir das gesagt und dann haben wir uns ausgemalt, wie wir dich rumkriegen, mit dem Kostümkauf und dem ans Bett fesseln, wie in meinen Träumen. Wenn du es erzählst, dann richtig: DU wolltest Papa AUCH."
    
    „Das ist doch alles Blödsinn, was ihr hier erzählt. Und warum wolltet ihr mich für Euch?"
    
    „Weil Mama fremdgegangen war. Und ich wusste es. Ich habe es nicht verstanden. Wie kann sie DICH betrügen. Ich würde immer bei dir bleiben und dich immer lieben. Bitte Papa, ich wollte nicht, dass sie stirbt. Sie sollte nur von hier verschwinden, damit ich --" Sie blickte zu Lena. „Wir deine Frauen sein konnten."
    
    „Lisa, meine Lisa, du gutes Mädchen. Du bist nicht schuld daran. Egal was du dir gewünscht hast. Wenn einer Schuld an ihren Tod sein kann, dann ich, weil ich Alex am Abend zuvor mit Whiskey abgefüllt habe. Er konnte deswegen vielleicht nicht rechtzeitig bremsen und dann ist der LKW-"
    
    „STOP!! Hört jetzt alle auf!", ging Yasi dazwischen. „Beruhigt euch ALLE." Sie schaute uns der Reihe nach an. „Wir sollten ...
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