1. Polyamorie 02


    Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... mal zur Vernunft kommen. Morgen können wir mit klarem Kopf darüber streiten, wer Schuld an diesem blöden Unfall hat. Für heute hatte ICH genug Aufregung. Und Aufregung hat mir der Arzt verboten. KAPIERT!" --Mutterbär hatte gesprochen.
    
    Noch immer verwirrt, aber schweigend, legten wir uns in die Betten und deckten uns zu.
    
    Lisa lag geborgen bei Yasi im Arm. Sie streichelte meinem Engel über den Kopf und flüsterte beruhigend auf sie ein.
    
    Ich hatte Lena bei mir. Sie mochte nicht umarmt werden. Die Muskeln schmerzten. Sie hatte an beiden Oberarmen Blutergüsse vom Seil und vermutlich auch vom Tragen. Ich ließ sie in Ruhe neben mir liegen, hoffte, dass wir am nächsten Tag alles aufklären könnten.
    
    Es war dringend nötig.
    
    Kapitel 10 -- Ein 'Hurrican' im Wald und ein See vorm Bett
    
    Musik:
    
    ‚Hurricane 2000' -- Scorpions
    
    Donnerstag, 29.12.2016, Hannover
    
    Frank
    
    In dieser Nacht konnte ich so gut wie gar nicht schlafen. Den anderen musste es ähnlich ergangen sein. Ich hörte es an ihren Atmungen. Alles war still, doch keiner schlief. Wir lagen einfach schweigend nebeneinander. Vermutlich grübelte jeder für sich, so wie ich auch.
    
    Lena seufzte hin und wieder. Offenbar hatte sie Schmerzen.
    
    Gegen Morgen rieb sie sich immer wieder die Arme.
    
    „Warte mal, ich habe da was für dich", flüsterte ich und kletterte aus dem Bett. Ich machte Licht, um nach einer Salbe zu suchen, die ich früher beim Sport verwendet hatte. Blaue Flecken waren beim Kick-Boxen schließlich an ...
    ... der Tagesordnung. Als ich sie fand, stellte ich fest, dass sie schon lange abgelaufen war. Es würde sicherlich Nichts verschlimmern, dachte ich und setzte mich zu Lena ans Bett. „Das könnte deine Schmerzen lindern. Zeig mal deine Arme."
    
    Mühsam hob sie den Oberarm. Lena hatte dunkelblaue und rote Stellen, wo das Seil war. Aus eigener Erfahrung wusste ich, es sah schlimm aus. Dennoch wollte ich sie nicht beunruhigen. „Das wird schon wieder. Die Salbe zieht die Blutergüsse raus. Es wird noch ein paar Tage wehtun." Vorsichtig schmierte ich die Creme auf ihre Arme.
    
    Wie vermutet, war Yasi auch wach. Sie schaute hoch. Ihr Blick verriet, sie wusste, dass ich nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte. Mit solchen Verletzungen war nicht zu spaßen. „Tut es dir sonst irgendwo weh?", fragte sie.
    
    Lena nickte zaghaft. „Überall!", flüsterte sie kaum hörbar. Tränen traten ihr in die Augen.
    
    Ich hob die Zudecke an. Vereinzelt entdeckte ich große, dunkle Flecken auf ihrer Brust und an den Oberschenkeln.
    
    Yasi sog die Luft ein. „Oh, Frank! Das ist-" Sie schlug die Hand vorm Mund.
    
    „Kacke!", rutschte mir unbeabsichtigt raus.
    
    Nun hob Lisa ebenfalls den Kopf an. Mit verheulten Augen starrte sie zu uns herüber. „Fuck!" Den reumütigen Blick auf mich gerichtet, warf sie ihre Decke zurück und lief aus dem Schlafzimmer. Zunächst dachte ich, sie müsse auf Toilette, doch dann hörte ich, wie sie die Treppe hinaufging und ihre Zimmertür hinter sich schloss.
    
    Yasi und ich schauten uns an. „Ich ...
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