1. Polyamorie 02


    Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... gehe zu ihr, bleib du bei Lena. Das darf nicht noch schlimmer werden."
    
    Sie meinte nicht nur Lenas Wunden. Nachdenklich schaute ich ihr hinterher.
    
    „Das wollte ich nicht", schluchzte Lena.
    
    „Was meinst du?"
    
    „Ich wollte nicht, dass dieser Abend so endet."
    
    „Lena, du bist diejenige, die verletzt wurde. Und zwar von mir. Nicht Lisa oder Yasi, sondern ich habe dir diese Verletzungen zugefügt. Wenn einer sich entschuldigen muss, dann ich. Lena es tut mir leid. Ich bin wieder einmal übers Ziel hinausgeschossen. Fuck, warum passiert so was immer nur? Genau wie damals bei Lisa!"
    
    Alle Beteuerungen halfen nichts. Lena weinte. Sie hatte Schmerzen. Dafür war ich verantwortlich!
    
    Behutsam cremte ich weiter ihre Blutergüsse ein. Es würde nicht viel helfen. Mit solch großen blauen Flecken, würde Lena noch länger zu tun haben. Zumindest sehen würde man sie.
    
    „Kannst du dich bitte auf dem Bauch drehen?", bat ich sie und half ihr. Selbst das fiel ihr schwer. Am Rücken sahen die meisten Stellen nicht ganz so schlimm aus, bis auf eine im Lendenwirbelbereich.
    
    Hoffentlich wird sie keine inneren Schäden davon tragen. Ich werde mit ihr besser ins Krankenhaus fahren und untersuchen lassen, dachte ich.
    
    „Lena, wir müssen das einem Arzt zeigen."
    
    „Nein, bitte nicht. Die werden Fragen stellen. Nicht zu einem Arzt. Bitte! Das ist mir peinlich."
    
    „Doch Lena, wir müssen! Der Spaß ist hier vorbei. Wenn es um ernsthafte Verletzungen geht, muss ich den Schlussstrich ziehen. Eure ...
    ... Gesundheit ist mir wichtiger. Ich Idiot hätte vorher daran denken müssen und nicht wieder schwanzgesteuert wild drauflos bumsen."
    
    Ich half ihr beim Aufstehen. Langsam führte ich sie durch den Flur. Jede Bewegung bereitete ihr Qualen.
    
    „Ich muss mal", sagte sie im kleinen Bad.
    
    Vorsichtig setzte sie sich. „Du solltest hinterher duschen. Warte hier, ich hole ein paar Klamotten für dich."
    
    Lena seufzte und nickte. --Armes Mädchen.
    
    Da ich nicht wusste, ob Lisa mich sehen wollte, klopfte ich an ihre Zimmertür. Ich wollte nicht unaufgefordert in ihr Refugium eindringen. Durch die Tür rief ich: „Yasi, kannst du mal bitte kommen?" Von drinnen hörte ich ein lautes Aufheulen von Lisa.
    
    „Komm rein", antwortete Yasi.
    
    Ich wartete weiter vor der Tür. Von drinnen hörte ich Schritte. Yasi öffnete. „Warum kommst du nicht rein?"
    
    „Ich wusste nicht, ob Lisa mich sehen will."
    
    „Blödsinn!" Sie stieß die Tür auf und ging direkt wieder zu Lisa ans Bett.
    
    „Ich brauche etwas zum Anziehen für Lena. Ich will mit ihr ins Krankenhaus fahren. Sie muss untersucht werden. Ich muss sicher gehen, dass sie keine weiteren, möglicherweise, inneren Verletzungen hat."
    
    Lisa heulte auf und warf sich aufs Kopfkissen. Mir stiegen ebenfalls die Tränen in die Augen. Ich wusste nicht, was ich ihr sagen sollte. Ich wollte sie beruhigen oder trösten, stattdessen stammelte ich: „Lisa ... Ich ... Lena ..."
    
    „Lass gut sein. Ich suche was raus und bringe es runter", bot Yasi an.
    
    Dankend nickte ich ...
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