1. Polyamorie 02


    Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... an.
    
    Gerade als ich mich vorsichtig erheben wollte, um das Tablett zu uns zu holen, wurde Yasi wach. Sie schaute mich mit ihren fantastischen gold-braunen Augen an. „Ich muss dir was sagen", flüsterte sie. „Der Streit mit meinen Eltern ... Das war, weil ... Ich bin schwanger."
    
    Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Sollte ich sagen: ‚Ich weiß!', oder ‚Habe ich mir schon gedacht.' Sollte ich so tun, als ob wir nicht herausfanden, dass sie schwanger war?
    
    Schließlich sagte ich: „Ist schon in Ordnung, wir haben den Mutterpass gefunden. Wir wissen Bescheid."
    
    Yasi atmete erleichtert auf.
    
    „Es ist doch unser Baby!?", fragte ich, obwohl ich mir ziemlich sicher war. Doch ich wollte es aus ihrem Mund hören. Mein Herz schlug vor Aufregung schneller.
    
    „Hundertprozentig! Du warst der Einzige. Ich hab mit keinem vorher oder hinterher Sex gehabt."
    
    Ihre Bestätigung machte mich schwindelig. Ich wusste nicht, ob ich in Jubelschreie aus dem Bett springen sollte oder sie einfach -
    
    Ich drückte Yasi ins Kissen zurück und küsste sie. Ich wurde Vater! Richtiger Vater, und das mit Yasi, der Frau, die mir das Gefühl gab zu schweben. Ich war im siebten Himmel.
    
    Natürlich war Lisa meine Tochter und auch Lena nannte mich jetzt Papa, doch ich wollte immer schon noch ein eigenes Kind mit Sonja zusammen haben. Sie wollte keines mehr, hatte immer für Verhütung gesorgt.
    
    Ursprünglich wollte sie Lisa zur Adoption geben. Weil ich sie überredete, mit ihr zusammen für Lisa zu sorgen ...
    ... und sie heiratete, kam Sonja schnell von dem dummen Gedanken ab. Aus Rücksicht hatte ich sie später nicht gedrängt, mit mir ein weiteres Kind zu haben. Mit der Zeit fand ich mich damit ab. Dafür liebte ich Lisa umso mehr. Sie war meine Tochter, so fühlte ich. Ich hatte nicht mehr mit einem weiteren Kind gerechnet, höchstens irgendwann mit Enkelkindern von Lisa. -- Oder gemeinsame Kinder, das war inzwischen auch denkbar.
    
    Nun war es doch noch passiert. Yasi würde unser Kind bekommen.
    
    „Du hättest mir kein schöneres Weihnachtsgeschenk machen können. Ich liebe dich! -- Nein, euch!", korrigierte ich und strich liebevoll über ihren Bauch. Wir küssten uns erneut. Diesmal so innig, als wäre es das erste Mal.
    
    In dem Moment öffnete sich die Tür einen Spalt weit. Lisa spähte hindurch. Ich unterbrach den Kuss und hob meinen Kopf. Mein Engel drückte die Tür ganz auf und sprang mit Lena zusammen ins Zimmer. Wie aus einem Mund fragten beide: „Und was ist mit uns?"
    
    Es brachte uns alle zum Lachen. Nachdem Lena und ich Yasi in Nürnberg noch damit aufgezogen hatten und ihr Lisas Spruch erklären mussten, erkannte sie nun auch die Komik in dem Ausruf.
    
    „Euch liebe ich doch genauso. Das wisst ihr doch. Darf ich es unseren neuen Familienmitgliedern nicht hin und wieder sagen?! Die sind noch nicht so lange bei uns." Beide hüpften zu uns ins Bett und kuschelten sich an uns. Lena schmiegte sich an Yasi und Lisa legte sich neben mich.
    
    Nach ein paar Minuten meinte Lena: „Ich weiß jetzt, ...
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