1. Polyamorie 02


    Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... ebenfalls lauthals mit ein.
    
    Yasi verstand nicht, warum wir uns kringelten. Erst als wir sie über den Sinn eines Safewords aufgeklärt hatten, lachte auch sie herzlich mit.
    
    Bisher hatte ich Yasi höchstens kichern gehört. In dem Moment bekam ich das erste Mal mit, wie sie lauthals lachte. Es war ein süßes, anfängliches Hi-Hi-Hi Lachen, das weiter in einem kehligen Ha-Ha überging. Mit einem leichten Schnarchton holte sie Luft für eine neue Runde. Das wiederholte sich und war so ansteckend, dass wir alle minutenlang mit lachten. Nicht so sehr über unseren Quatsch, als viel mehr über Yasis Lache.
    
    Lena wurde todernst und rief: „Stopp, Yasi! Sonst falle ich wieder vom Stuhl." Daraufhin lachten Yasi und Lena zusammen wieder los. Diesmal blickten Lisa und ich uns fragend an.
    
    Lena erklärte, Yasi habe in der Schule einmal so sehr gelacht und alle damit angesteckt, dass der Lehrer nicht mehr weiter unterrichten konnte. Lena kippte dabei rückwärts mit dem Stuhl um und schlug mit dem Kopf gegen die Tischkante. Daraufhin verhängte der Lehrer ein offizielles Verbot für Yasis ‚waffenscheinpflichtiges' Lachen.
    
    Die Geschichte ließ uns alle erneut losprusten. Es hörte nicht auf. Wir hätten stundenlang so weiter gemacht, wenn ich Yasi nicht meine Hand vor dem Mund gehalten, sie an mich herangezogen und ihr einen Kuss aufgedrückt hätte. Ich küsste sie lange und innig, bis sich alle beruhigt hatten und Lisa schließlich ein neues Thema anfing.
    
    „Ach ja, fast hätte ich es vergessen. ...
    ... Wir haben dir ein paar Medikamente mitgebracht." Sie griff in ihren roten Rucksack, der wie eine kleine Ausgabe vom Sack vom Weihnachtsmann aussah und stellte eine Packung nach der anderen auf dem Tisch vor Yasi ab. „Hustensaft, diesen darfst du nehmen, auch wenn du schwanger bist, Nasenspray ebenfalls und, für alle Fälle, Fieberzäpfchen." Bei der letzten Packung mimte sie Bedenken. „Aber eigentlich glaube ich, hast du heute schon genug in den Arsch bekommen. Das ist sogar Papa schon aus dem Gesicht gelaufen."
    
    Wir brüllten alle erneut los. Die nächste Runde war damit eingeläutet. Yasi zog sich die Decke gänzlich über den Kopf. Es herrschte eine unglaublich gelöste Stimmung. Wir alberten so weiter, bis wir aus der Puste waren.
    
    Als jeder nach Luft schnappte und nur noch Yasis Gekicher unter der Decke zu hören war, meinte Lena: „Ohje, mein Bauch tut weh!"
    
    „Ja, meiner auch. Echt lustig mit euch. So viel hab ich schon lange nicht mehr gelacht", fügte Lisa hinzu.
    
    „Stimmt, das auch. Ich meinte aber vor Hunger."
    
    „Jetzt, wo du es sagst." Lisa schaute zu mir. „Was gibt's zu essen, Papa?"
    
    „Ach mein Engel, daran hab ich gar nicht mehr gedacht. Ich war nicht Einkaufen. Hab mich nur um mein krankes Kätzchen gekümmert. Wie wär's, wenn wir was bestellen?"
    
    Wie aus einem Mund kam von Lena und Lisa: „La Perla!" Sie klatschten sich ab und Lisa sprang auf: „Ich hol die Karte."
    
    „Und ich das Telefon." Lena zog ihr Smartphone aus der Hosentasche und suchte die Nummer ihres ...
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