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Polyamorie 02
Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat
... ging zu Yasi rüber. Sie drehte sich zur Seite, wollte alleine weiter telefonieren. „Ich werde nicht in die Türkei fliegen. Versteht das endlich, ich ... Ich werde nicht zu Onkel Orhan ... Ihr seid verrückt! ... Ich bleibe hier ... Wo? Das sage ich dir nicht ... Baba soll aufhören herumzuschreien. Ich bleibe hier! Ich habe eine neue Familie. Die lieben mich und das Baby. Die ... Hör' auf, Anne! Ihr werdet mich nie wieder sehen. Kauft euch einen Hund, den könnt ihr herumkommandieren, nicht mich! ... Ich hasse euch!" Sie legte auf und versuchte das Smartphone auszuschalten. In der Hektik klappte es nicht. Vor Wut warf sie das Gerät mit aller Kraft durch die Tür in den Flur. Es zerbrach an der Wand. Das Handy lag in seine Einzelteile zerlegt auf dem Boden. Yasi sank auf die Knie und hielt sich die Hände vor die Augen. Sie fing wieder an zu weinen. Ich kniete mich vor sie und nahm sie in den Arm. Ihr Körper zitterte. „Ich bin ja da. Yasi, das tut mir so leid." „I ... Ich ... wo ... wollte gar nicht ... ran gehen ... Aber ... ich ... dachte ... sie würden ... Es ist doch Weihnachten ...", stammelte sie weiter schluchzend eine Erklärung. „Ist schon gut. Vergiss es. Bitte! Denk an uns! Denk an das Baby!" Ich wiegte sie in den Armen. Sie atmete tief durch. „Scheiße! Den ganzen Abend versaut. ICH HASSE SIE!", schrie Yasi und hob den Kopf. Diesen Blick hatte ich von ihr noch nie gesehen. Das war pure Wut. „Warum musste sie mich anrufen? Ich bin auch zu doof. ...
... Warum bin ich da nur ran gegangen. ICH HASSE SIE ALLE!" Yasi machte ihrer Wut Luft. Sie hob ihre Hände und trommelte auf meiner Brust. Ich umarmte sie und zog sie eng an mich heran. Yasi weinte immer weiter. Lisa und Lena hatten alles vom Sofa aus mit angesehen. Auch sie hatten Tränen in den Augen. Bei Lisa sah ich die Fäuste geballt, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Wenn ich nichts unternehmen würde, platzte hier gleich eine Bombe. „Wir sollten uns beruhigen. Bitte Yasi, setz dich aufs Sofa. Komm hoch!" Sie versuchte aufzustehen, plötzlich sackte sie nach vorne über und hielt sich den Bauch. „Auua, was ist daaas ...?", ich konnte sie gerade noch auffangen, bevor sie auf den Boden fiel. „Mein Bauch. Es tut so weh!", stieß sie gepresst hervor. Besorgt sprang Lena auf. „Setz dich hier hin." Zusammen führten wir Yasi zum Sofa. In Panik griff ich zum Telefon. „Ich rufe den Notarzt!" „Nein!", protestierte Yasi. „Das wird schon ..." „Es ist besser, wenn der Arzt ..." „Ich will nicht ins Krankenhaus!", schrie sie mich an. Sofort folgte der nächste Heulkrampf. Ich kniete mich wieder vor sie. „Bitte, beruhige dich doch. Gut, ich hole keinen Notarzt." Zum Beweis steckte ich den Hörer in die Mobilstation zurück. Sie hob den Kopf und schaute mich mit verschmiertem Gesicht an. „Ich muss mich nur kurz hinlegen!" Lisa schob ihr die Sofakissen in den Rücken. Yasi streichelte sich mit kreisenden Bewegungen über den Bauch. „Ich brauche mal etwas zu ...