1. Polyamorie 02


    Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat

    ... trinken", verlangte sie.
    
    Lena brachte ihr ein Glas Wasser. Ich setzte mich zu ihr, redete auf sie ein.
    
    „Das war eben zu viel für dich. Das war ja ein Nervenzusammenbruch." Lisa nickte zustimmend. „Yasi, glaube mir, ein Arzt muss nach dem Baby sehen. Du willst doch auch wissen, ob alles in Ordnung ist. Bitte, lass uns ins Krankenhaus fahren. Dem Baby zuliebe."
    
    Sie schaute mich verängstigt an.
    
    „Bitte Yasi! Tue es für das Baby", sprang mir Lisa zur Seite. „Wir kommen alle mit", sagte sie ernst zu mir.
    
    Lena hatte bereits Yasis Stiefel in der Hand und ihre Jacke über den Sessel gelegt.
    
    „Zieht euch an!", befahl sie. „Ich mache das hier. Komm Yasi. Los geht's, keine Widerrede!"
    
    In Windeseile waren wir angezogen. Lisa löschte die Kerzen und das Licht. Lisa und Lena stützten Yasi auf dem Weg zum Auto. „Wartet! Mein Mutterpass. Da steht alles drin." Lisa schwenkte eine Handtasche: „Ist dabei. Keine Panik!"
    
    * * *
    
    Dreißig Minuten später standen wir in der Notaufnahme im nächstgelegenen Krankenhaus. Überraschenderweise war nicht viel los. Eine Krankenschwester brachte uns in einen Untersuchungsraum.
    
    „Bitte nur die Familienangehörigen. Der Raum ist ziemlich klein", forderte sie.
    
    „Wir sind ihre Familie", sagte ich.
    
    „Sind sie der Vater?", wollte sie wissen.
    
    „Ja, ich bin der Kindsvater."
    
    Die Krankenschwester stutzte kurz: „Dann dürfen sie mit rein. Sie beide warten bitte hier draußen. Der Arzt kommt gleich." Damit hatte sie Lena und Lisa auf zwei ...
    ... Stühle vor dem Untersuchungszimmer verbannt, während ich mit Yasi hinein ging.
    
    Fünf Minuten später öffnete ein afroamerikanischer Arzt in einem weißen Kittel die Tür. Er reichte uns die Hand und stellte sich vor: „Guten Abend, Samuel ist mein Name. Was ist passiert?"
    
    Yasi musterte ihn nur, brachte aber kein Wort raus. Ich schilderte ihm den Vorfall, wie es zu Yasis Zusammenbruch und den Schmerzen im Unterleib kam. Als er sie etwas direkt fragte, nickte sie nur oder schüttelte den Kopf. So zurückhaltend und still hatte ich Yasi bisher noch nicht erlebt. Offensichtlich fühlte sie sich unwohl. Doktor Samuel schien es auch zu bemerken. Einfühlsam erklärte er erst Schritt für Schritt der Untersuchung, damit Yasi sich nicht aufregte oder ängstigte. Dann bat er sie, sich auszuziehen und auf den Untersuchungsstuhl zu setzen. Nach und nach konnte man sehen, wie sich Yasi entspannte. Als der Arzt sich umdrehte, um etwas zu notieren, fragte sie: „Ist mit dem Baby alles in Ordnung?"
    
    „Soweit ich sehen kann, ist alles normal. Abschließend mache ich noch eine Ultraschalluntersuchung. Dann werde ich sicher sein."
    
    Er spritzte Gel auf ihren Bauch und führte den Ultraschallkopf darüber. Auf einem Monitor konnte man kleine Umrisse eines Fötus erkennen. Als er einen Lautsprecher aufdrehte, hörten wir sogar die Herztöne. Yasi lächelte. Doch plötzlich kamen ihr die Tränen. Sie schaute mich an: „Es lebt! Unser Kind lebt!"
    
    Ich nahm sie in den Arm, drückte sie an mich. „Ich liebe dich!" ...
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