1. Die Burg Kapitel 01


    Datum: 25.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... Steinmetzbetriebe waren Familienunternehmen und übergaben diese später an Söhne oder zumindest Verwandte. Hier konnte ich keinen Fuß fassen. Am liebsten wäre mir natürlich eine Dombauhütte gewesen, aber dafür reichten meine künstlerischen Fähigkeiten nicht aus. Einmal davon abgesehen, dass sie keine neuen Mitarbeiter suchten.
    
    So wurde die Wahl eng und ich musste mir langsam etwas einfallen lassen, denn von Vater Staat wollte ich nicht leben, obwohl es eine Zeit lang aussah, als wenn ich das müsste. Das Tollste dabei war, dass Vater Staat auch nichts für mich hatte und die angebotenen Umschulungen waren ein Witz. In der Richtung, die ich gebraucht hätte, war überhaupt nichts vorhanden und der Rest war reine Verwaltung. Wie viele, sollte ich aus der Statistik.
    
    Über ein Angebot hatte ich mich geradezu amüsiert. Sie meinten tatsächlich, da ich mich aufgrund meines vorherigen Berufs auf Friedhöfen auskennen würde, sollte ich dort Landschaftsgestalter werden, also Gärtner, wie man früher sagte.
    
    Also das hieß für mich, wer Maurer war, der konnte auch als Dachdecker arbeiten, ist schließlich alles auf einem Bau. Eine brüllende Logik, über die ich eigentlich weinen sollte, aber das ließ mein Lachen nicht zu.
    
    So hoffte ich, vor der sogenannten Maßnahme, einen Job zu bekommen, der halbwegs in meine Richtung ging.
    
    Ich hatte Glück. Zwei Tage bevor man mir den Gebrauch von Harke und Schaufel näher bringen wollte, bekam ich über das Netz ein Angebot. Dabei wusste ich nicht ...
    ... einmal, auf welche Anzeige die Person antwortete. Aber ehrlich gesagt, war mir das egal.
    
    Die Person, in diesem Fall eine Frau Genefe von Hochfeldz schrieb mich persönlich an, da sie jemanden suchte, der sich mit Steinen auskannte. Hierbei fiel mir sogleich die wenig professionelle Ausdrucksweise auf. Trotzdem schrieb ich ihr zurück, dass ich mich als ausgebildeter Steinmetz durchaus mit Steinen auskannte, und fragte sie, ob sie mich denn gebrauchen könnte.
    
    Schon zwei Stunden später, bekam ich eine neue E-Mail von ihr. Sie lud mich ein, zu ihr zu kommen, um mir ein Angebot für meine Tätigkeit zu machen. Die Auslagen würde sie mit erstatten.
    
    Was sie nicht sagte, war, was sie überhaupt für eine Tätigkeit für mich hatte. Aber da ich kein Gärtner werden wollte, dankte ich ihr für dieses Angebot und schrieb ihr zurück, dass ich mich am nächsten Morgen zu ihr aufmachen würde. Dazu benötigte ich noch die Angaben, wo wir uns treffen würden.
    
    Danach dankte ich der Agentur für Arbeit für das nette Angebot. Ich wollte es mir noch einmal überlegen, denn ich hätte ein neues Angebot bekommen.
    
    Die Angaben über den Treffpunkt bekam ich eine Stunde später. Es war ein Ort, von dem ich nie etwas gehört hatte. Aber das Netz gab mir die schnelle Auskunft.
    
    Er lag am Ende der Welt und dann nach zwei Kilometern dahinter, scharf rechts abgebogen inmitten eines auslaufenden Gebirges.
    
    Soweit ich das überblicken konnte, würde ich länger dorthin brauchen, als ich gedacht hatte. Von daher ...
«1234...11»