1. Die Burg Kapitel 01


    Datum: 25.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... schrieb ich zurück, dass ich erst am Nachmittag ankommen könnte.
    
    Frau von Hochfeldz antwortete daraufhin, dass es gut passen würde, da sie mich erst am Abend treffen könnte. Ich sollte mir im Dorfgasthaus ein Zimmer nehmen und es mir schmecken lassen. Die Küche dort sei zwar rustikal, aber schmackhaft. Sie würde mich später aufsuchen.
    
    Nun gut, warum nicht. Es konnte nicht schaden, einmal den städtischen Mief hinter sich zu lassen und ein wenig aufs Land zu fahren. In die Gegend wäre ich jedenfalls niemals in meinem Leben gekommen, es gab dort nichts zu sehen und die nächste Stadt war weit weg.
    
    Also schwang ich mich am nächsten Morgen in mein altes Auto und hoffte, dass es die Strecke schaffte. Dabei kam mir in den Sinn, dass ich ein Neues brauchte, aber das war, aufgrund meiner wirtschaftlichen Lage, nicht drin. Vielleicht brachte mir dieser Job etwas mehr ein, damit ich mir ein Neueres leisten konnte.
    
    Stundenlang fuhr ich über die gut ausgebauten Autobahnen unseres Landes und danach über die ebenfalls noch intakten Landstraßen. Doch irgendwann musste ich abbiegen, zumindest sagte mir das meine Landkarte und ein altes Schild, dass das erste Mal auf das Dorf hinwies. Dabei hätte man es auch übersehen können, denn es stand hinter einem Baum, was nicht gerade sinnvoll war.
    
    Ja, ich fahre noch mit Landkarte, für diese eine Fahrt, wollte ich mir kein Navi kaufen. Normalerweise fuhr ich nur an meinem Wohnort, sprich in meiner Stadt herum und da brauche ich keinen ...
    ... Quälgeist, der mir sagte, wo ich wohne.
    
    Die Straße stieg langsam an und ich konnte jetzt spüren, dass ich mich den niedrigen Bergen näherte, die ich bereits von Weitem gesehen hatte. Nach mehreren Kilometern, machte die Straße einen Knick und ich konnte zum ersten Mal das Dorf sehen, das den Namen trug, welcher auf dem Schild gestanden hatte.
    
    Ich war endlich angekommen und war darüber froh, denn mein Rücken sagte mir seit geraumer Zeit, dass er von dem durchgesessenen Fahrersitz nicht viel hielt.
    
    Das Gasthaus hatte ich schnell gefunden, denn ein vom Wind schaukelndes Schild, mit einem sich am Spieß drehenden Schwein, wies darauf hin. Also parkte ich mein Auto vor dem Gebäude und stieg aus.
    
    Um das Gasthaus standen mehrere malerisch aussehende Fachwerkhäuser herum und alles machte den Eindruck, als wenn hier die Zeit stehen geblieben war. Die Straße und ein kleiner Vorplatz waren mit Kopfsteinpflaster ausgelegt, wobei in der Mitte des Platzes ein kleiner Springbrunnen stand. Es sah sehr malerisch aus, schon fast kitschig. Aus einer Fotografie hätte man Postkarten machen können.
    
    Tief atmete ich die unverbrauchte, kühle Luft ein und blinzelte dabei in die gerade untergehende Sonne, die hinter dem höchsten Berg verschwand. Dabei konnte ich eine Ruine auf der Spitze erkennen, die von einem höheren Turm überragt wurde. Doch die Sonne stach mir so stark in die Augen, dass ich wegsah und mich zur Tür des Gasthauses begab.
    
    Während ich mir noch Gedanken darüber machte, ...
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