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Feuer und Wasser
Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... als sie ihn passierte. Sie schaute ihn an und er registrierte erstaunt, dass sie ihn diesmal nur neutral und nicht herablassend verächtlich betrachtet hatte. Wieder winkte er ihr leicht zu, sie nickte kurz, dann gab sie Gas und fuhr aus dem Dorf. Jürgen war erleichtert? Zufrieden? Euphorisiert? Eher das letzte, hatte er ihr doch eine Reaktion entlockt, die keine blanke Ablehnung erkennen lies. Sie hatte ihm zugenickt und das war mehr, als er in der Zeit, seit er sie kennen gelernt hatte, erwarten konnte. Er verstand ihre Beweggründe und wusste, dass er sich viel Zeit nehmen musste. Nach dem Frühstück, dem ersten richtigen in seiner Wohnung, saß er noch eine ganze Weile an seinem neuen Tisch und schaute sich zufrieden in seinem Zuhause um. Er fühlte sich rundherum wohl. Es sah zwar noch ein wenig wild aus, aber wenn der Schreibtisch nächste Woche da war, gab es schon ein ganz anderes Bild ab. Und mit der Wohnung war es wie mit Elvira. Er musste sich Zeit lassen, dann würde das schon werden. Er überlegte, in welche Ecke er den Schreibtisch stellen würde und dann fiel ihn etwas siedend heiß ein. Er brachte noch einen Stuhl für seinen Schreibtisch. Daran hatte er im Überschwang gar nicht gedacht. Er griff zum Telefon und rief bei Patrick an. Am Telefon war seine Frau Marie-Claire, da Patrick mit Max beim Bäume fällen war. Sie hörte sich an, was er brauchte und sagte, sie würde es Patrick ausrichten. Er würde ihn dann zurückrufen. Jürgen atmete tief ...
... durch. Wieder ein Problem gelöst. Aber sein allergrößtes Problem war noch ungelöst. Und das hieß Elvira. Er dachte an sie und er dachte an sie ohne Zorn, aber dafür mit viel Zuneigung. * Er brauchte eine ganze Weile, bis er sich so weit gefangen hatte, dass er mit dem Schreiben anfangen konnte. Aber auch dann waren seine Gedanken viel schneller, als sich seine Finger bewegen konnten. Nach gut zwei Stunden schob er den Laptop (seinen neuen, stationären Rechner wollte er erst benutzen, wenn der Schreibtisch da war) von sich und lehnte sich zurück. Als er auf den Bildschirm schaute, sah er erstaunt, wie weit er gekommen war. Er fühlte sich aber auch etwas erschöpft und machte ein paar Dehnungsübungen, um die Rückenschmerzen zu vertreiben. Er lehnte sich zurück, schloß die Augen und schon erschien Elviras Bild in seinen Gedanken. Er hing diesem Tagtraum nach, bis ihn sein Magen daran erinnerte, dass der auch Nachschub brauchte. Jetzt hatte er eine schöne neue Küche, konnte aber nicht kochen. Mist! Bei Arne hatte er doch die Kochbücher gesehen. Da musste er mal reinschauen, ob vielleicht auch ein paar einfache Gerichte drin waren, die ihn nicht vor unlösbare Probleme stellen würden. Zum Einzug hatte er von Mel und Arne eine große Auswahl an Gewürzen und Kräutern geschenkt bekommen. Arne hatte ihm grinsend erklärt, wie eine durchschnittliche deutsche Küche normalerweise damit ausgestattet war. „P.S.C.P.", klärte er ihn auf, „hat nichts mit dem ...