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Feuer und Wasser
Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... gehört?" „Wie jetzt? Alle?" fragte Jürgen frech und drückte auf die Lautsprechertaste am Telefon, damit er Ramonas Reaktion mitbekam. „Mama, bei was für einem Lustmolch bist du denn da gelandet? Nimm dich bloß in Acht!" Elvira bekam einen roten Kopf und schaute Jürgen verlegen an. „Psst, Kind, sag so was nicht, er hört mit. Er hat den Lautsprecher aktiviert." Einen Augenblick herrschte Stille, dann ein „Oh!" und danach nur noch „Piep, Piep, Piep." Mona hatte aufgelegt. „Ganz die Mutter", meinte Jürgen trocken und als Elvira protestieren wollte, schob er ein „deshalb mag ich die Mutter ja so sehr" nach. Elvira reichte ihm das Telefon und Jürgen sah, dass ihre Hand zitterte. Er legte das Telefon auf den Tisch, ergriff ihre Hände und küsste ihre Fingerspitzen. „Du kannst nachher deine Tochter beruhigen. Ich behalte meine Griffel bei mir, versprochen. Wir wollten reden, also sag, was du sagen willst und ich höre dir zu." * Elvira sah verlegen auf ihre Knie, zupfte sich ein wenig den Bademantel zurecht, der bei ´der´ Größe jetzt nun wirklich kein bisschen Haut von ihr zeigte. „Ich weiß nicht so recht, wie ich anfangen soll." Sie sah ihn an und wieder ertrank er in ihren schönen ausdrucksvollen Augen. „Du regst mich soooo auf!", platzte sie dann hervor, „ich beschimpfe dich, ich beleidige dich, ich mache dich schlecht wo ich nur kann und du? Du zahlst es mir nicht mit gleicher Münze zurück, warum? Eigentlich müsstest du mich doch hassen ...
... und verachten. Aber nein, du lächelst, wenn du mich siehst, du bist immer freundlich zu mir, du wartest auf mich, wenn ich zur Arbeit fahre und wenn es noch so ein Dreckwetter ist. Warum nur, Jürgen?" Er drehte sich zu ihr, dann stand er auf und hob ein Bein über die Bank und setzte sich im 90°Winkel zu ihr, so dass er sie von der Seite ansehen konnte. „Erinnerst du dich noch an unsere erste Begegnung, Elvira? Bei Arne in der Eisdiele?" „Oh ja, wie könnte ich die vergessen!" „Ich auch nicht. Wie wir kollidiert sind und du mich zornig angeschaut und etwas damals für mich Unverständliches gesagt hast. Heute weiß ich, was es war." „Erinnere mich nicht daran, Jürgen, es tut mir leid." „Das muss es nicht, aber das ist es auch nicht. Es waren deine Augen, Elvira. Sie haben mich vom ersten Augenblick an gefesselt und deswegen habe ich dich auch immer so angestarrt. Es tut mir leid, wenn es dir aufdringlich vorkam, aber ich musste dich einfach anschauen. Zuerst waren es nur deine Augen, dann habe ich jedes Mal ein klein wenig mehr an dir entdeckt. Deinen Mund, der so weiblich, so weich sein konnte und dann so hart, wenn du mich beschimpft hast. Deine Stimme, die so sanft geklungen hat, als du mit Mel geredet hast und so schrill und laut, wenn du mich angegangen bist. Deine Haare, immer ein wenig ungeordnet und durcheinander, haben dich wie ein wütendes junges Mädchen aussehen lassen, wenn du zornig auf mich warst. Und dann konnte ich bei Arne deine Figur bewundern, ...