1. Feuer und Wasser


    Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... als du dich mit Mel am Tresen unterhalten hast. Deine herrlichen Beine und deinen, jetzt kannst du wieder mit mir meckern, süßen Popo, die schmale Taille und mehr konnte ich damals nicht sehen, nur erahnen. Aber was ich gesehen habe, das hat mir vom ersten Augenblick an gefallen und ich habe mich damals in dich verliebt. Du bist wunderschön, Elvira, du interessiert mich ungemein und du faszinierst mich. Ich würde nur zu gerne deine weiche, weibliche Seite kennenlernen. Die andere habe ich kennen gelernt und auch die gehört zu dir und macht dich zu der Persönlichkeit, die du bist."
    
    Jürgen atmete tief durch. Er hatte all das, was ihm auf dem Herzen lag und auf seiner Seele brannte, gesagt und wartete nun bang auf Elviras Antwort.
    
    Elvira sagte nichts. Sie saß stumm und starr da und schaute Jürgen ungläubig an.
    
    Was war denn das?
    
    „Äääähhh, Jürgen???"
    
    „Ja, bitte?"
    
    „Jürgen, du kannst mir doch nicht einfach so Sachen sagen. Das geht doch nicht!"
    
    „Was erwartest du denn zu hören, Elvira?"
    
    „Mensch, Jürgen, nachdem was ich dir alles an den Kopf geworfen habe, wie ich behandelt habe, da kannst du doch nicht einfach . . . Schimpf mit mir, schrei mich an, nenn mich eine dumme Kuh, aber sag so was nicht zu mir."
    
    Elvira schaute ihn ratlos an.
    
    „Darf ich denn nicht sagen, was ich von ganzem Herzen empfinde? Dass ich in dich verliebt bin? Dass du mein Leben auf den Kopf gestellt hast? Als ich dich eine Zeitlang nicht sehen konnte, da bin ich fast verzweifelt", ...
    ... meinte Jürgen und rutschte etwas näher zu Elvira. „ich wäre bald wieder in mein altes, isoliertes Leben abgerutscht. Ja, ich war schon drauf und dran wieder von hier weg zu gehen. Aber das konnte ich doch nicht. Ich konnte dich einfach nicht alleine lassen, weil du mir so viel bedeutest. Ich wollte dich doch nur besser kennenlernen, dich und Ramona. Zwei starke Frauen, die allen Unbillen des Lebens getrotzt haben. Das durfte ich doch nicht tun. Nicht schon wieder jemand, der dich im Stich lässt."
    
    Jürgen liefen die Tränen über das Gesicht.
    
    „Und wenn ich nur dafür da bin, dass du dich an mir abreagieren kannst. Wenn es dir dann besser geht, dann mach es und ich werde dich so akzeptieren. Aber ich kann meine Gefühle, die ich für dich empfinde, nicht verleugnen und das werde ich auch nicht."
    
    Jürgen wischte sich mit dem Handrücken über die Augen.
    
    „Aber wenn du wirklich willst, dass ich aus deinem Leben verschwinde, wenn du mich nicht mehr sehen willst, dann werde ich gehen. Nicht leichten Herzens, bestimmt nicht, aber ich werde es tun, Vira."
    
    *
    
    Elvira schaute Jürgen fassungslos an, dann stieß sie einen Schrei voller Verzweiflung aus und warf sich an seine Brust. Sie umklammerte ihn mit beiden Armen wie ein Schraubstock.
    
    „Nein, nein, nein. Du darfst nicht gehen, du darfst uns doch nicht verlassen. Nicht du auch noch. Wir haben doch sonst niemanden außer dich, Patrick und Arne. Bitte, bitte, lass mich nicht allein, Jürgen. Ich brauch dich doch, ja, ich liebe dich ...
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