1. Feuer und Wasser


    Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... auch. Das wollte ich mir niemals eingestehen, niemals wollte ich das wieder zu einem Mann sagen. Nicht nach dem, was Mona und mir zugestoßen ist."
    
    Elvira bebte und ihr ganzer Körper zitterte.
    
    „Ich liebe dich doch auch", stammelte sie, „das habe ich gemerkt, als du die zwei Monate nicht da warst. Du hast nichts gesagt als du weggefahren bist und ich habe jeden Tag geschaut, wo du bist. Du warst weg und ich habe dir ja auch keinen Grund gegeben, mir Lebewohl zu sagen, aber ich habe mit jedem Tag gemerkt, wie sehr du mir fehlst. Ich bin fast verrückt geworden und wenn Ramona nicht dagewesen wäre, dann weiß ich nicht, was ich gemacht hätte. Erst als mir Melanie gesagt hat, dass du wiederkommst, da ist es mir besser gegangen. Und als du am Morgen wieder auf mich gewartet hast, da hätte ich beinahe angehalten, um dir um den Hals zu fallen. Aber ich habe es nicht gemacht und dafür ärgere ich mich noch heute."
    
    Jürgen schob Vira leicht von sich, küsste sie sanft auf die Stirn.
    
    „Ich war genau so töricht, Vira, ich hätte mit dir reden sollen, nein, müssen. Aber ich war ein Feigling, ich war nicht Manns genug, dir in die Augen zu sehen und zu offenbaren, war ich für dich fühle und was du mir bedeutest. Mein Gott, wie viel Zeit habe ich verschwendet, was hätte ich uns alles ersparen können."
    
    Er umarmte Elvira erneut und sie saßen lange Zeit eng aneinander geschmiegt da ohne sich zu bewegen.
    
    „Können wir denn noch einmal von vorne anfangen?", fragte Elvira unsicher und ...
    ... hatte etwas Angst, die Antwort könnte „Nein" lauten.
    
    Jürgen sah ihr ernst in die Augen.
    
    „Mit dir, nein, mit euch immer, Vira, denn deine Tochter gehört auch dazu. Ich möchte sie gerne kennenlernen und und wenn sie nur ein klein bisschen so wie du bist, dann werde ich sie genau so liebhaben können, wie ich dich liebe. Ich würde gerne für euch beide da sein, euch beschützen und für euch sorgen."
    
    Er spürte, wie sie leicht schwankte, nahm sie in seine Arme und hielt sie fest. Er gab ihr einen Schluck zu trinken und Elvira atmete ein paar Mal tief durch.
    
    „Ja, Jürgen, versuchen wir es, aber lass mir ein wenig Zeit. Ich kann mich nicht von einer Sekunde auf die andere um 180 Grad drehen und ich muss auch noch Ramona mit einbinden. Ja, ich liebe dich und möchte ein Leben wie eine normale Frau führen. Du weißt, was Ramona und mir passiert ist?"
    
    „Ja, Arne hat mich aufgeklärt und ihr sollt alle Zeit der Welt haben, die du und Mona brauchen. Ich werde dich niemals drängen, nie unter Druck setzen. Du bestimmst das Tempo, du legst die Spielregeln fest und ich werde mich daran halten, denn ich liebe dich und will das auch für den Rest meines Lebens machen."
    
    Elvira richtete sich auf, drehte sich zu ihm hin und dann fanden sich ihre Lippen zu ihrem allerersten Kuss. Sie küssten sich wie Ertrinkende, Elvira fühlte sich zum ersten Mal seit Jahren wieder als vollwertige Frau und Jürgen?
    
    Für ihn war es der allererste Kuss seines Lebens von einer Frau und nach anfänglicher ...
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