1. Feuer und Wasser


    Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... "You´re welcome every day and every night. And when You´re here, I´m Yours."
    
    „Du lieber Spinner", spöttelte sie, „ich werde Euch beim Wort nehmen, Mylord."
    
    Jürgen reichte ihr den Schirm, brachte sie zur Tür und bekam noch einen innigen Gutenachtkuss.
    
    Dann sah er ihr nach, wie sie die Treppe hinunter ging, sich noch einmal zu ihm drehte und winkte.
    
    Dann fiel die Haustür ins Schloss und er war wieder alleine.
    
    Er eilte zum Fenster und sah, wie sie langsam durch den Regen die Dorfstraße hinaufging. Noch einmal winkte sie kurz, ohne sich umzudrehen.
    
    Dann war sie fort und Jürgen lies sich auf die Bank sinken. Er spürte noch ihre Wärme an der Stelle, wo sie noch vor kurzer Zeit gesessen hatte.
    
    Tausend Gedanken gingen ihm durch den Kopf und es fiel ihm schwer zu glauben, was heute Abend geschehen war.
    
    Ein neuer Abschnitt seines Lebens hatte begonnen.
    
    Auch Elvira dachte an die letzten zwei Stunden zurück.
    
    Welche Befürchtungen hatten sie geplagt, als sie zu Jürgen ging. Alles hatte sie erwartet, aber keine so wunderschöne Liebeserklärung von ihm.
    
    Mit einem Mal waren all ihre Sorgen, Ängste und all ihre Skepsis wie weggeblasen.
    
    Die Zukunft erschien ihr zwar noch nicht strahlend wie die Sonne, aber ein Silberstreif am Horizont weckte doch Zuversicht und Hoffnung in ihr.
    
    Jetzt musste sie nur noch Ramona erklären, warum sich ihr Lieblingsfeind in den Menschen verwandelt hatte, mit dem sie sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen konnte.
    
    *
    
    Jürgen ...
    ... wachte auf, als die ersten Sonnenstrahlen durch den Vorhang in sein Schlafzimmer fielen. Er tastete mit der Hand auf die andere Bettseite, aber sie war leer.
    
    Es war doch alles nur ein wunderschöner Traum gewesen.
    
    Er blieb noch ein paar Minuten liegen und lies den gestrigen Abend an seinem inneren Auge vorbei ziehen. Er hatte Vira in seinen Armen gehalten, hatte ihren schönen Körper bewundern dürfen und er hatte sie angezogen.
    
    Es war schon merkwürdig. In den ganzen Liebesfilmen und Romanen ging es immer nur darum, die Frauen aus der Wäsche zu bekommen, aber er hatte das Privileg genossen, die Frau, die er liebte, anzuziehen, sie dabei zu berühren und er hatte jede Sekunde dieser genussvollen Tätigkeit ausgekostet.
    
    Jürgen stand ächzend auf, bevor er sich doch wieder umdrehte, um weiter zu träumen. Er musste dringend ins Bad, um gründlich zu duschen. Er klebte überall am ganzen Körper, denn er musste ja unbedingt noch zweimal Hand an sich legen, bevor er endlich hatte einschlafen können.
    
    Er warf die Bettwäsche in die Maschine und bezog das Bett neu.
    
    Es hatte aufgehört zu regnen und die Sonne zauberte Lichtreflexe durch die Laubbäume. Bei so einem Wetter musste er einfach raus.
    
    Eine schnelle Dusche, ein genau so hurtiger Kaffee, frühstücken konnte er später und schon begab er sich auf seine tägliche Runde. Er lief nicht, er spazierte, dachte dabei an seine letzte Geschichte und an den Roman, für den er schon wieder einige Änderungen im Kopf hatte.
    
    Und er ...
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