1. Feuer und Wasser


    Datum: 30.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... oder nur durch den Ausdruck in den Augen des anderen. Und in seinen Augen habe ich ein großes Ja gesehen, oder?"
    
    Nicht ganz sicher schaute sie zu Jürgen auf, der sie zärtlich anlächelte.
    
    „Ja, mein Liebling, in meinen Augen ist ein ´Ich will`und ich will es wirklich und ohne Einschränkungen für euch beide."
    
    Den letzten Teil des Satzes betonte er ganz besonders, damit auch Ramona begriff, dass sich etwas geändert hatte. Die stand aber noch ein wenig auf der Leitung.
    
    Lange Zeit standen die Drei noch da und hielten sich umschlungen, als wenn sie das Band zwischen ihnen besonders fest knüpfen wollten.
    
    *
    
    „Darf ich euch zur Feier des Tages zu Arne auf ein großes Eis einladen? Und am Abend gehen wir zu Jen´Anh vietnamesisch essen? Was meint ihr?", fragte Jürgen, als er wieder einigermaßen die Fassung gewonnen hatte.
    
    „Seid ihr noch nicht angezogen?", wollte Mona wissen. „Los geht´s, ich habe Hunger."
    
    „Das gibt ein Problem, Ramona. Du wirst alt genug sein, um es zu verstehen. Wann wirst du Achtzehn?"
    
    „In drei Wochen, wieso?"
    
    „Nun gut, dann sollst du es erfahren. Weil, bevor wir uns anziehen können, muss ich deine Mutter erst ausziehen, damit ich sie wieder anziehen kann. Vorher können wir nicht los."
    
    „Mama??? Warum wirst du denn so rot?" Mona kicherte, als sie sah, wie verlegen ihre Mutter wurde. „Jürgen, an was mag sie wohl denken?"
    
    „Frag sie, dann sagt sie es dir vielleicht."
    
    Elviras Reaktion war ein heftiges Kopfschütteln.
    
    „Noch nicht, ...
    ... meine Kleine, das erfährst du vielleicht bald selber. Und du mein Lieber, das kommt gar nicht in Frage, dass du mich hier vor dem Kind ausziehst."
    
    „Oh schade", brummte Jürgen enttäuscht. „Schon Enthaltsamkeit, bevor es richtig losgeht."
    
    Jetzt machte es „Klick" bei Ramona.
    
    „Wieso bevor es losg . . . Mama, hat er dir wirklich einen Antrag gemacht? Er hat doch gar nichts gesagt."
    
    Jürgen und Vira nickten.
    
    „Ja, Mona, das hat er und ich habe Ja gesagt. Ohne Worte, nur mit Blicken."
    
    Jürgen ging vor Ramona in die Knie.
    
    „Aber dich, Mona, muss ich fragen, ob du mit mir als Vater einverstanden wärst. Ich will für dich sorgen, dich liebhaben und beschützen, so dass dir nie ein Leid geschehen kann."
    
    Ramona fiel ihm um den Hals und jetzt flossen bei ihr dir Tränen. Jürgen schaute sie lange an und wischte mit seinen Daumen ihre Tränen fort.
    
    „Genug geregnet für heute", meinte er. „Heute ist ein Freudentag und die Sonne scheint. Ein angemessenes Wetter für diesen besonderen Tag. Und ich gehe jetzt mit meinen Frauen aus. Los geht´s, meine Damen, das Eis wartet und nicht nur das."
    
    *
    
    Und er sollte Recht behalten.
    
    Sie liefen los, Mona hakte sich an seinem linken Arm ein und Elvira hielt seine rechte Hand umklammert, als könnte sie immer noch nicht glauben, was in den letzten 20 Stunden passiert war. Ihr ganzes Leben hatte sich in dieser kurzen Zeit umgekrempelt und sie fühlte sich sehr gut dabei. Stolz schaute sie zu Jürgen, der sie verliebt anhimmelte.
    
    Ramona ...
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