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Halluzinationen
Datum: 16.02.2023, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byJepasch
Copyright © 2016 Ihre gleichmäßigen Atemzüge veränderten sich, wurden schneller und gleichzeitig flacher. Über ihre vollen, leicht geöffneten Lippen drang ein leises Stöhnen. Vor dem Überwachungsmonitor blickte der Forscher auf die Uhr und notierte in dem Protokoll: „Eintritt der Probandin in die REM-Phase um 22:17 Uhr. Puls und Atmung innerhalb normaler Parameter." Dann legte er den Stift wieder beiseite und betrachtete die schlafende Schöne. Sie war eine zierlich gebaute, 22-jährige, schwarzhaarige Studentin dieser Uni, die sich als Probandin für diesen Arzneimittelversuch zur Verfügung gestellt hatte. Ihre leichte Decke war verrutscht und gab den Blick auf den, in einem weißen Negligé gehüllten Oberkörper frei. Deutlich zeichneten sich die dunklen Knospen ihrer relativ großen, aber festen Brüste durch den dünnen, von ihrem Schweiß durchsichtig gewordenen Stoff ab. Leise bedachte der Doktorand die Uni mit einem Fluch, da sie als Sparmaßnahme nur kleine schwarz-weiß Monitore anschaffte. So saß er eine ganze Weile in die Betrachtung versunken da, als ihm verspätet seine Aufgabe wieder einfiel. Schnell las er die Instrumente ab und ergänzte seine Notizen in dem Protokoll. Diesmal notierte er auch die vermehrte Schweißbildung. Ein lautes Klopfen an der Glastür hinter ihm schreckte ihn auf. Als er sich umdrehte, erkannte er durch die Milchglasscheibe die charakteristische Silhouette des Nachtwächters an dessen Mütze. „Kommen Sie rein, Herr Kern, wenn Sie mir einen ...
... Kaffee mitgebracht haben!", rief er. Die Tür öffnete sich und das grinsende Gesicht des Wachmannes erschien in dem Spalt. „Nur wenn der Herr Doktor in spe auch das Trinkgeld nicht vergisst. Ansonsten muss er wohl selbst zum Automaten laufen. Aber zur Sicherheit kann ich Sie gern begleiten, und Ihr Kommilitone Ferbod im Parallelversuch ist einem Kaffee auch nicht abgeneigt, soll ich Ihnen von ihm ausrichten! Er hat gesagt, dass Sie dran sind mit ausgeben." Doktorand Schenk warf noch einen Blick auf die Instrumente und auf seine Uhr, dann antwortete er: "Na hier wird in der nächsten halben Stunde wohl nichts passieren, ist gut ich bringe ihm den Kaffee, aber begleiten brauchen Sie mich nicht, es sei denn Sie möchten auch einen?" „Ach, wissen Sie, wenn Sie mich so nett einladen sage ich nicht nein!", erwiderte Kern verschmitzt. Übertrieben seufzend erhob Schenk sich aus seinem Drehstuhl und warf im Hinausgehen noch einen letzten prüfenden Blick auf die Instrumente, dann folgte er dem Wachmann und verließ den Raum. Kaum hatten sie den Raum verlassen, als die Instrumente anfingen, ungewöhnliche Werte anzuzeigen. Das EKG und das EEG schlugen deutlich stärker aus, und auf dem Monitor war zu erkennen, dass die Decke vollkommen heruntergerutscht war und Sarah jetzt unbedeckt lag. Sie begann sich jetzt im Schlaf zu recken, ihre Arme und Beine weit von sich zu den Ecken des Bettes zu strecken und dabei den Kopf langsam hin und herzudrehen, als ob sie ihn, gleichsam in ...