1. Halluzinationen


    Datum: 16.02.2023, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byJepasch

    ... Zeitlupe, verneinend schütteln würde.
    
    Dann lag ihr Kopf grade, wie unter Zwang, öffnete sich langsam ihr Mund ganz weit, es schien, als ob sich irgendetwas in ihren Mund drängte. Sie atmete trotz des weit geöffneten Mundes durch die Nase, als sei es ihr nicht möglich, durch den Mund Luft zu holen. Tatsächlich konnte man den Eindruck haben, dass sie auf irgendetwas Biss, so verkrampft war ihr Kiefer. Sie lag wie gefesselt und geknebelt, gestreckt und gespreizt auf dem Bett. Ihre Muskeln begannen zu zittern, und sie wand sich, als versuche sie die unsichtbaren Fesseln zu zerreißen. Aus ihrem Schritt sickerte ihre Lust durch den weißen Slip, und hart stachen ihre Knospen durch ihr Hemdchen. Ihre Zähne bissen sich in den unsichtbaren Knebel und ein rhythmisches Stöhnen drang aus ihrer Kehle.
    
    * * *
    
    Sarah konnte nichts sehen, sich nicht bewegen und durch den Knebel in ihrem Mund auch nicht mehr sprechen oder schreien. Sie hatte sich nach Einnahme des neuen Schlafmittels in das Bett im Klinikum gelegt und war an die Instrumente angeschlossen worden. Dann war sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf gesunken.
    
    Und nun plötzlich lag sie gefesselt, geknebelt und mit verbundenen Augen in einem Bett, und spürte, wie sie jemand am ganzen Körper zärtlich streichelte. Sie hörte wie durch eine Wattewand in ihrem Kopf die Stimme ihres Kommilitonen Gerd, der wie sie an diesem Versuch teilnahm und eigentlich irgendwo in einem anderen Zimmer liegen sollte: „Soll ich aufhören, ...
    ... Sarah?"
    
    Wie unter Zwang schüttelte sie den Kopf, genoss seine Hände, die sich so seltsam sanft und unwirklich anfühlten, genau wie seine Stimme so seltsam dunkel und unwirklich schien. „Ich werde dich jetzt auspeitschen, dir mit Klammern an deinen Brustwarzen und deinen Schamlippen Schmerzen zufügen! Möchtest du dass?", hörte sie seine Stimme.
    
    Wieder nickte sie. Alles schien ihr so selbstverständlich, so normal, so vertraut, als wäre diese Situation überhaupt nicht bizarr. Schon spürte sie nacheinander an ihren Brustwarzen und den Schamlippen beißende Schmerzen. Sie bäumte sich in ihren Fesseln auf, versuchte zu schreien, aber lediglich ein Stöhnen drang aus ihrer Kehle.
    
    Etwas noch nie gefühltes zog von den schmerzenden Stellen in ihr Lustzentrum, und sie spürte, wie sie förmlich auslief.
    
    „Hältst du es aus?", fragte die Nebelstimme.
    
    Sie nickte erneut. Sehnte sich nach mehr, nach Berührungen, nach mehr Schmerzen. Es war verrückt: Sie hatte noch nie was mit SM am Hut gehabt, das waren doch alles Perverse, Kranke, Psychopathen, und nun lag sie hier (Wo eigentlich? Doch nicht etwa noch in der Klinik vor der Überwachungskamera?), sehnte sich nach Schmerzen und genoss die Hilflosigkeit.
    
    Und das mit einem Fremden, den sie eigentlich nicht ausstehen konnte, den sie noch am Vormittag mit Verachtung gestraft hatte. Diesem fetten, unsportlichen Typen, der es gewagt hatte, sie begehrlich anzusehen.
    
    Doch jetzt war es ihr egal. Der schneidende Schmerz eines Peitschenschlags zog ...