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Grober Sand 02
Datum: 24.02.2023, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter
... linken Oberarm blutet stark und es wird nur schlimmer, als er die Lider zusammenkneift, die Uniformjacke auszieht und zwei Schrapnelle aus seinem Fleisch puhlt. Er drückt ein Dreiecktuch darauf und dreht sich zu mir um. „Zwei von unseren Leuten sind schwer verletzt. Und das hier", deutet er auf seine Schulter, „verdanke ich dir." Ich frage mich, wie er zu dieser höchst interessanten Schlussfolgerung gekommen ist, dann fällt mir ein, dass er nicht sofort auf den Alarm reagiert, sondern mir noch seine Version von einem guten Rat gegeben hat, bevor er sich in Sicherheit brachte. Ich betrachte ihn und den Stoff, der sich langsam mit Blut tränkt. „Das war Ihre Entscheidung, Sergeant." „Es spricht!" Sein Gesicht ist von Wut und Schmerz entstellt. „Wenn du schon dabei bist, sag mir endlich, wer du bist!" „Ich kann nicht, das wissen Sie doch selbst." Ich versuche noch, das Gewicht auf den Knien zu verlagern, um einen Krampf zu verhindern, aber es gelingt mir nicht. Die Muskeln in meinem linken Bein ziehen sich unkontrolliert zusammen und ich werfe mich ächzend auf den Rücken. Er lacht gehässig. „Das geschieht dir nur recht." Ich beiße die Zähne zusammen. Die Fesseln nehmen mir jede Chance, den Spasmus zu lösen, und ich kann ein Stöhnen nicht unterdrücken. Wortlos sieht er zu, wie sich mein Fuß in eine unnatürliche Position verrenkt und ich mich hin und her winde. Er beobachtet das Schauspiel für einige Augenblicke. „Sag mir deinen Vornamen, dann nehme ich dir ...
... den Krampf." Mir kommen schon die Tränen. „Janine", presse ich hervor. Er steht auf und öffnet die Zellentür, lässt sich alle Zeit der Welt, bevor er neben mir in die Hocke geht und nach meinem Fuß greift. Ruckartig reißt er ihn herum. Der Schmerz schießt noch einmal heiß durch mein Bein und ich schreie auf, dann lässt er ebenso schnell nach, wie er gekommen ist. Ich bin erstaunt genug, dass der Kerl mir tatsächlich geholfen hat, aber es verwundert mich noch viel mehr, als er beginnt, eine Fessel nach der anderen zu lösen. Fasziniert sehe ich ihm zu, wie er meine Glieder massiert, während ich auf dem Rücken liege und das Blut in meine Arme und Beine zurückkehrt. Er hilft mir auf, als ich mich endlich wieder bewegen kann, doch er hält mich mit hartem Griff fest. „Glaube nicht, dass ich mit dir fertig bin. Ich kann bloß diese Wunde nicht selbst zusammenflicken." Ich werde in die Wachstube geschoben, und er fesselt mir die Arme mit Handschellen vor dem Körper. „Tu genau, was ich dir sage!" „Das wäre einfacher ohne die Dinger hier." Ich halte meine Handgelenke hoch. „Du kriegst das auch so hin." Er deutet auf den Verbandskasten. „Nimm die Wa-„ „Ich bin voll ausgebildet, danke. Setzten Sie sich!" Er zieht eine Augenbraue hoch und will schon etwas erwidern, lässt es aber bleiben. Nachdem er meiner Anweisung Folge geleistet hat, beginne ich die Wunde zu säubern. Sie erweist sich als weniger schwer als es zunächst aussah. Die Schrapnelle haben sich nicht zu ...